# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder Vernunftbeweiſe den Menſchen annehmbar gemacht hätten. Das iſt erſtlich unmöglich und dann auch wider unſeren Auftrag. Chriſtus ſpricht nicht: Gehet hin und beweiſet das Evangelium, ſondern gehet hin und predigt das Evangelium. Menſchliches Wort wirkt auf dem Wege der menſchlichen Ueberredung und Beweisführung, das heißt, durch Berufung auf Wahr⸗ heiten und durch die Lebendigmachung von Wahrheiten, die in dem Geiſt des Menſchen liegen oder für die der Menſch doch natürlicherweiſe ein Ver⸗ ſtändniß hat. Ganz anders wirkt das göttliche Wort, das die Kirche zu verkündigen hat. Es wirkt, wie unſere Alten ſagen, „durch bloße Be⸗ rührung“ mit dem menſchlichen Geiſt, das heißt, dadurch, daß es in den menſchlichen Geiſt aufgenommen wird. Wird es in den menſchlichen Geiſt aufgenommen, dann bezeugt es ſich ſelbſt als göttliche Wahrheit, weil der Heilige Geiſt durch das Wort wirkſam iſt. Das lehrt St. Paulus, wenn er ſchreibt: „Und ich, lieben Brüder, da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die gött⸗ liche Predigt. . . . Mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünf⸗ tigen Reden menſchlicher Weisheit, ſondern in Beweiſung des Geiſtes und der Kraft; auf daß euer Glaube beſtehe nicht auf Menſchen Weisheit, ſon⸗ dern auf Gottes Kraft“, 1 Cor. 2, 1. 4. 5. Freilich, wir verwerfen nicht die ſogenannte „Apologie“, das heißt, die Vertheidigung der chriſtlichen Lehre mit Gründen, die aus der Vernunft und Erfahrung genommen ſind. Aber dadurch wollen wir nicht erſt das Wort Gottes kräftig machen, ſondern dadurch wollen wir nur gewiſſe äußere Hinderniſſe in Bezug auf das äußere Hören und die äußere Erwägung des Wortes wegräumen. Alle Kraft und Wirkſamkeit erwarten wir vom Worte ſelbſt, als das ſich ſelbſt durch Wirkung des Heiligen Geiſtes als göttliche Wahrheit bezeugt, wenn es in den menſchlichen Geiſt kommt. Darum iſt unſer Ziel auf unſern Lehranſtalten dies, vor allen Dingen ſolche Leute heranzubilden, die tüchtig ſind, Gottes Wort zu lehren. Mit Gottes Wort iſt die Kirche im Stande, alles das auszurichten, was ihr auszurichten befohlen iſt. Das war der dritte Punkt, auf den ich un⸗ ſere Aufmerkſamkeit richten wollte. 3. Mit Gottes Wort kann die Kirche alles ausrichten, was ihr in der Welt und in ihrer eigenen Mitte auszurichten befohlen iſt. Was erſtlich ihre Aufgabe nach Außen betrifft, ſo ſoll ſie die Welt zu Chriſto bekehren. Das iſt freilich eine ſchwere Aufgabe, wie bereits an⸗ gedeutet wurde. Chriſtus der Gekreuzigte iſt den Juden ein Aergerniß und den Griechen eine Thorheit. Wenn die Welt noch ſelig werden will, ſo will ſie jedenfalls nicht durch Chriſtum den Gekreuzigten ſelig werden. Ihre Religion iſt eine andere, die Werkreligion. Ueber dieſe kommt ſie nicht hinaus. Bei dieſer Religion wird ſie durch ihre natürliche Art und durch