# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder durch das Gehör oder das Geſicht in den Geiſt und in das Herz des Men⸗ ſchen, dann fängt es an zu ſchaffen und zu wirken mit geheimnißvoller gött⸗ licher Kraft. „Das Reich Gottes“, ſpricht der HErr Chriſtus Marc. 4, 26. 27., „hat ſich alſo, als wenn ein Menſch Samen aufs Land wirft, und ſchläft und ſtehet auf Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächſet, daß er's nicht weiß.“ Daher bezeugt St. Petrus 1 Petr. 1, 23. 25., daß die Chriſten „wiederum geboren ſind, nicht aus vergänglichem, ſondern aus un⸗ vergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet“, und „das iſt“, ſetzt er hinzu, „das Wort, welches unter euch verkündiget iſt“. St. Paulus lehrt Eph. 1, 19. 20.: „Wir glauben nach der Wirkung ſeiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Chriſto, da er ihn von den Toden auferwecket hat.“ Das iſt die Kraft des Wortes, mit welchem Gott ſeine Kirche ausgeſtattet hat. Es iſt nicht eine menſch⸗ liche Kraft, auch nicht ein Mittelding zwiſchen menſchlicher und göttlicher Kraft, ſondern wahre göttliche Kraft, göttliche Allmacht. Das gibt ja auch die Erfahrung ſowohl bei Andern als bei uns ſelbſt. Was ſchlägt den ſelbſtgerechten Menſchen, der nach der Art aller natürlichen Menſchen auf ſeine Rechtſchaffenheit vertraut, zu Boden und wirft ihn vor Gott in den Staub als armen, verdammungswürdigen Sünder? Das iſt die Kraft des Wortes, von welchem Gott ſelbſt ſagt: „Iſt mein Wort nicht wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felſen zerſchmeißt?“ (Jer. 23, 29.) Was hebt den Zerſchlagenen aus dem Staube empor, daß er ſich wider die Schrecken des Gewiſſens, des Todes und der Hölle tröſtet und eine herzliche Zuverſicht zur Gnade Gottes gewinnt? Das iſt die Kraft des göttlichen Wortes, welches ihm von der Gnade Gottes in Chriſto ſagt. Was macht die Chriſten in der Trübſal, die wie eine unerträgliche Laſt über ſie fällt und die Welt zur Verzweiflung treibt, immer wieder ſo getroſt, daß ſie ſich auch der Trübſale rühmen, wie St. Paulus Röm. 5 ſagt? Das iſt die Kraft des göttlichen Wortes. Was trägt die Chriſten durch den Tod, wo es mit aller menſchlichen Kraft und allem menſchlichen Troſt aus iſt, alſo hindurch, daß ſie den Tod nicht ſchmecken? Das iſt die Kraft des göttlichen Wortes. Was läßt die Kirche als Ganzes wider die Pforten der Hölle be⸗ ſtehen? Das iſt die Kraft des göttlichen Wortes, auf welches die Kirche ge⸗ ſtellt iſt. „Wo Gottes Wort ins Herz kommt mit rechtem Glauben“ — ſagt Luther —, „da macht's das Herz ihm gleich, auch feſt und ſicher, daß es ſo ſteif, aufrecht und hart wird wider alle Anfechtung, Teufel, Tod und wie es heißen mag, daß es trötzlich und hochmüthiglich alles verachtet und ſpottet, was zweifel, zagen, böſe und zornig ſein will.“ *) Das iſt die Kraft des Wortes. O, daß wir hiervon allezeit lebendig überzeugt wären und das Zutrauen zu der Kraft des Wortes hätten, das es verdient und das wir zu demſelben haben ſollten. Wie reich, wie ſtark, *) E. A. 37, 8.