# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 25 und Apoſtel zu allen Menſchen geredet hat. Dies Wort der heiligen Schrift ſieht zwar, äußerlich angeſehen, gerade ſo aus wie menſchliches Wort, wie es auch durch Menſchen und zu Menſchen geredet iſt. Aber es iſt wahr⸗ haftig Gottes eigenes Wort, denn alle Schrift iſt ja von Gott ein⸗ geben (1 Tim. 3, 16.); die heiligen Menſchen Gottes haben geredet, ge⸗ trieben von dem Heiligen Geiſt. 2 Petr. 1. Bleiben wir ja unverworren mit der modernen Irrlehre, daß die Schrift nicht Gottes Wort ſelbſt ſei, ſondern nur ein menſchlicher Bericht über Gottes Wort und Offenbarung. Durch dieſe Irrlehre will der Teufel die Himmelstochter, die chriſtliche Kirche, um ihre himmliſche Ausſtattung, um das Wort ihres Gottes, be⸗ rauben und ſie dafür auf Menſchenwort ſtellen. Ein troſtloſer Standpunkt. Nein, nein! Gott hat der Kirche nichts Geringeres als ſein eigenes Wort gegeben. 2. Dieſes Wort Gottes hat auch göttliche Kraft. Schon die bloß menſchliche Rede hat eine gewaltige Kraft. „Die Feder iſt mächtiger als das Schwert“, iſt ein richtiger Satz. Das menſchliche Wort iſt unter allen menſchlichen Mitteln der Einwirkung das gewaltigſte. Das menſchliche Wort wendet ſich eben an den Geiſt des Menſchen, überzeugt und gewinnt den und damit den ganzen Menſchen. Kein weltlicher Machthaber kann auf die Länge der Zeit mit allen äußeren Machtmitteln die in Feſſeln hal⸗ ten, die das menſchliche Wort geiſtig frei gemacht hat. Ich brauche das wohl nicht durch Beiſpiele aus alter und neuer Zeit zu belegen. Hat nun ſchon das menſchliche Wort eine ſolche Kraft, welche Kraft wird da das der Kirche gegebene göttliche Wort haben! Menſchliches Wort kann viel aus⸗ richten, aber es kann die menſchliche Natur nicht ändern, es kann kein neues Leben ſchaffen. Das göttliche Wort aber hat allmächtige, ſchaffende Kraft. „Die Worte, die ich rede“ — ſpricht Chriſtus (und das ſind Worte, die die Kirche hat, die ganze Schrift iſt Chriſti Rede durch den Heiligen Geiſt) — „ſind Geiſt und ſind Leben“, das heißt, ſie machen aus dem fleiſch⸗ lichen und geiſtlich todten Menſchen einen neuen, geiſtlichen, geiſtlich leben⸗ digen Menſchen. St. Paulus bezeugt 2 Cor. 4, 6.: „Gott, der da hieß das Licht aus der Finſterniß hervorleuchten“ (nämlich bei der Schöpfung der Welt), „der hat einen hellen Schein in unſere Herzen gegeben.“ Damit ſagt der Apoſtel, daß dieſelbe allmächtige Kraft, welche das natürliche Licht hervorbrachte, auch im Worte der Predigt wirkſam ſei. Das göttliche Wort, welches der Kirche vertrauet iſt, wird in der Schrift oft mit dem natürlichen Samenkorn verglichen. Wenn der natürliche Same in die Erde fällt, dann fängt es an zu treiben und zu ſproſſen mit geheimnißvoller gött⸗ licher Kraft, mit der Kraft, die Gott in der Schöpfung in das Samenkorn gelegt hat und in demſelben erhält. So iſt's auch bei dem der Kirche an⸗ vertrauten Wort, das aus dem Munde Gottes gegangen iſt. Kommt es