# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder ſchieden iſt. Sonſt ſind etliche Thiere, die in andern Gaben einen Men⸗ ſchen übertreffen; etliche mit dem Geſicht, etliche mit dem Gehöre, etliche mit Riechen, aber keins kann reden. Darum iſt eben dies eine Anzeigung, daß das Wort gar eine überaus hohe Art und Natur iſt.“*) Darum danken wir Gott auch für das menſchliche Wort, wenn wir in der Erklärung des erſten Artikels bekennen: „Ich glaube, daß mich Gott geſchaffen hat, ſammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren, und alle Glieder, Ver⸗ nunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält.“ Aber mit einem ganz andern Wort hat Gott ſeine Kirche hier auf Erden ausgeſtattet. Seiner Kirche hat er nicht bloß ein menſchliches, ſon⸗ dern — ſein eigenes, ſein göttliches Wort gegeben. Und eines ſolchen göttlichen Wortes bedürfen die Menſchen nach dem Fall. Es iſt das die Brücke, durch welche Gott die Gemeinſchaft zwiſchen der abgefallenen Menſch⸗ heit und ſich ſelbſt wieder hergeſtellt hat. Als Adam in Sünde und Tod gefallen war, da konnte ihm kein menſchliches Wort helfen, auch nicht das Wort aller Weiſen Griechenlands und unſerer fortgeſchrittenſten Zeit, wenn es die damals ſchon gegeben hätte. Da half nur eins: Gottes eigenes Wort. Gott trat an Adam heran, redete ſelbſt zu ihm, ſtrafte ſeine Sünde und machte ihn dann wieder mit dem Wort der Verheißung vom Weibes⸗ ſamen lebendig. Luther ſagt: „Adam, da er gefallen war, war er ſchon vor Gott todt, ſein Gewiſſen war zerſtreut und zerſchlagen. . . . Aber Gott hat ihn mit ſeinem lebendigen Wort wieder lebendig gemacht. Gott ſprach zur Schlange, 1 Moſ. 3, 15.: ‚Ich will Feindſchaft ſetzen zwiſchen dir und dem Weibe. Und des Weibes Same ſoll dir den Kopf zerknirſchen‘, da das Adam hörte, . . . da gewann er einen Muth und ward fröhlich.“ Alſo: Nicht auf Menſchenwort, ſondern auf ſein eigenes Wort ſtellte Gott Adam und Eva nach dem Fall und hat damit die erſte Gemeinde der Gläubigen gegründet. Auf Gottes eigenes Wort war auch die nachfolgende Kirche geſtellt, denn ſein Wort ließ Gott durch die Patriarchen und Erzväter ver⸗ kündigen. Und das Wort, das er ſpäter Iſrael ſchriftlich gab, war nicht Moſes, Davids, Jeſaias ꝛc. Wort, ſondern ſein eigenes, ſein göttliches Wort. Das war ja, nach dem ausdrücklichen Zeugniß der Schrift, Iſraels Vorzug vor allen andern Völkern. Das menſchliche Wort hatten die Heiden⸗ völker mit Iſrael gemeinſam, Gottes Wort aber hatte Iſrael allein. St. Paulus antwortet auf die Frage: „Was haben denn die Juden Vor⸗ theils?“: „Zwar faſt viel. Zum Erſten: Ihnen iſt vertrauet, was Gott geredet hat“, Röm. 3, 2. So war das Wort, welches die Kirche des alten Teſtaments hatte, Gottes eigenes Wort. Gottes eigenes Wort hat nun auch die Kirche des neuen Teſtaments. Wir haben in der heiligen Schrift, die in unſern Händen iſt, das Wort, das Gott durch die Propheten zu Iſrael geredet hat, und dazu das Wort, das Gott durch die Evangeliſten *) E. A. 57, 248 f.