# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 21 und unſerer Miſſionen, an welchen ja doch, unter Gott, das Leben un⸗ ſerer Synode hängt. Es kommt mir ferner vor, als ob je länger, je mehr ein Zug dahin geht, anſtatt überall ſo viel als möglich Kirchen und Schulen zu errichten, lieber wenige, aber große, prachtvolle Kathedralen zu erbauen. Es will mich endlich auch dünken, als ob unſer liebes junges Volk, welches bisher eine ſo große Menge armer Schüler und Studenten ſo eifrig unterſtützte, jetzt viel mehr für allerlei Geſelligkeitszwecke aufwendete, als in früherer Zeit. Und wenn ich mich in dieſem allem nicht irre, ſo ſind das doch offenbare Zeichen, daß es zwar vorwärts, aber doch nicht gerade in der rechten Richtung vorangeht. Wohl uns nun, wenn wir die Gefahr erkennen. Dann iſt noch Hülfe. Ja, dann iſt ſchon geholfen. Wir kennen ja das Gegenmittel und wir haben es auch noch nicht verloren. Das Evangelium wird in unſern Kirchen und Schulen durch Gottes Gnade noch rein und friſch gepredigt. Dadurch wer⸗ den ſtets von neuem Kinder Gottes geboren, wie der Thau aus der Morgen⸗ röthe. Die treten in die alten Gemeinden. Sie bilden neue. So fließt fortwährend friſches, junges Blut dem alten Körper zu. Das wehrt der Stockung, macht wieder warm, was erkalten will, erſetzt, was abſtirbt; hält das Lebendige in Saft und Kraft. Denn das Leben hat ja doch die Oberhand über den Tod. Alſo, wer hie und da ein Sinken bei uns wahr⸗ nimmt, der kann, wenn er Augen hat zu ſehen und wenn er ſehen will, doch immer auch noch ein Wachsthum unter uns bemerken, und wenn er nicht entſcheiden kann, welches von beiden vorwiegt, was ihm auch nicht zukommt, ſo ſoll er ja doch, falls er ein Kind Gottes iſt, immer das Beſte hoffen. Einen ſolchen Eindruck von unſerer Synode gewann denn auch, wie früher ſchon Herr Präſes Willkomm von der Sächſiſchen Freikirche, im letzten Jahre Herr Paſtor Hübener, mit welchem ich die Freude hatte, auf mehreren Diſtrictsſynoden in Stadt und Land zuſammenzutreffen. „Es ſind ja“, ſo ſagte er ein über das andere Mal, „immer dieſelbe Art Leute, im Oſten und Weſten, in Stadt und Land: einfach, ernſt, freundlich und aufmerkſame Hörer des Worts.“ — So viel diesmal über den inneren Zuſtand der Synode. Was das Verhältniß zu den mit uns verbündeten Synoden betrifft, ſowohl hier, als in Deutſchland, Dänemark und Auſtralien, ſo iſt es noch dasſelbe freundliche. Beweiſen wir denn auch ferner unſere Liebe zu ihnen durch Hülfe, wo ſie nöthig und ſoweit ſie möglich iſt. Unſere diesmalige Verſammlung wird viel wichtige Beſchlüſſe in Betreff unſerer Anſtalten, unſerer Arbeiten und unſers Haushaltes zu faſſen haben. Die wichtigſten Eingaben und Vorlagen darüber ſind, wie die Brüder wiſſen, bereits in den Händen einer Vor⸗Committee und liegen ja auch Ihnen allen bereits gedruckt vor. Den Inhalt der andern, welche zum Theil ſehr ſpät einliefen, werde ich kurz angeben, indem ich dieſelben zu vorläufiger Begut⸗ achtung ſchon heute beſondern Committeen übergebe.