# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der 24ſten Allgemeinen oder Märtyrer es geblieben. Wer immer dem HErrn angehört, auch wenn er längſt kein Paulus iſt, kann doch einmal mit Paulo ſprechen: „Ich habe einen guten Kampf gekämpfet; ich habe den Lauf vollendet; ich habe Glau⸗ ben gehalten. Hinfort iſt mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der HErr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, ſondern auch allen, die ſeine Erſcheinung lieb haben.“ Eia, wären wir da! Amen. Präſidialbericht. Schon vor langen Jahren rief man uns einmal von Deutſchland her die Drohung zu: „Seid nicht ſo ſicher, ihr Miſſourier! Hochmuth kommt vor dem Fall. Bedenkt: Alle Freikirchen ſind bis jetzt noch immer ſchon in der zweiten Generation zu Grunde gegangen! Und woran? An — Geldmangel.“ — Nun, das iſt bei uns bis jetzt noch nicht eingetroffen, obgleich es längſt an der Zeit geweſen wäre und obgleich auch jüngſt eine gute Gelegen⸗ heit dazu vorhanden war. Es kamen ja die „harten Zeiten“. Man hatte auch hie und da wirklich einige Bedenken, ob wir die Koſten unſers großen Synodalhaushalts fernerhin noch würden aufbringen und unſern abgehen⸗ den Predigt⸗ und Schulamts⸗Candidaten Arbeitsfelder würden anweiſen können. Aber unſer treuverdienter Allgemeiner Kaſſirer — und nicht er allein — blieb trotzdem feſt und ruhig dabei: Es ſei kein Grund für ſolche Beſorgniſſe. Unſere regelmäßigen Einnahmen würden auch in jenen harten Zeiten unſere regelmäßigen Ausgaben gedeckt haben, wenn wir nur bei un⸗ ſerer Zweidrittel⸗Regel, das heißt, bei dem Beſchluſſe geblieben wären, daß kein von der Synode beſchloſſener Bau dürfe begonnen werden, bevor nicht zwei Drittel der Koſten von unſern Gemeinden unterſchrieben worden ſeien. Unſer zeitweiliges Deficit finde ſich nämlich allein in der Baukaſſe. Das wollen wir uns denn merken, das Deficit decken und die alte gute Regel ein⸗ halten. Dann aber auch das Nothwendige getroſt beſchließen und feſt, aber auch vorſichtig der Zukunft entgegen gehen. Da denn nun, Gott Lob! die „harten Zeiten“ vorbei ſind, ſo wird es aber freilich auch wohl jetzt an der Zeit ſein, mit der That zu beweiſen, daß es wirklich allein dieſe harte Zeit und nicht etwa etwas anderes geweſen iſt, was die Ausführung ſo nöthiger Dinge diesmal verhindert hat. Da muß ich denn freilich geſtehen, daß mich dies und das doch etwas be⸗ denklich macht. Es ſcheint mir nämlich, als ob man hie und da eifriger für Errichtung von allerlei Wohlthätigkeitsanſtalten, Hospitälern, Waiſen⸗ häuſern, Altenheimen ꝛc. wird, als für die Erhaltung unſerer Lehranſtalten