# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 19 werde neutral bleiben können. Nein, machen wir uns vielmehr auf Krieg gegen JEſum, ſein Wort, ſeine Jünger, alſo auch gegen uns gefaßt. Und rüſten wir uns nicht etwa bloß zur Vertheidigung, ſondern auch zum An⸗ griff, ja, zum Angriff. Sind ja doch auch alle wirklich geiſtlichen An⸗ griffskriege eigentlich nur dahin gerichtet, unſern HErrn, ſein Wort und ſeine Jünger zu vertheidigen. Aber nun, meine werthen Brüder, ſehen wir uns auch wohl vor, daß wir recht kämpfen. Davon ſchließlich noch einige Worte. Zu einem gott⸗ wohlgefälligen Kampfe gehört freilich zuerſt, daß wir für die rechte Sache kämpfen, nämlich für Gottes heiliges Wort in der Schrift. Aber es muß dies Kämpfen auch aus dem rechten Grunde, mit der rechten Abſicht geſchehen. Es iſt ſchlimm, wenn jemand für etwas ſtreitet, was nicht die Wahrheit iſt, was er aber doch für die Wahrheit hält. Es iſt ſchlimmer, wenn er das, wofür er kämpft, ſelbſt nicht für wahr hält, aber es dennoch vertheidigt. Das Schlimmſte aber iſt, wenn es wirklich die himmliſche Wahrheit iſt, die er einmal erkannt hatte, wofür er ſich in den Kampf be⸗ gibt, aber er vertheidigt ſie jetzt nicht mehr deshalb, weil er noch darin lebt, ſondern aus ganz andern Gründen. Prüfen wir uns alſo wohl, was uns beim Kampfe treibt. Niemand kann zween Herren dienen. Es könnte uns, wenn wir ohne Selbſtprüfung in dieſen Streit einträten, etwa zugerufen werden: „Was verkündeſt du meine Rechte und nimmſt meinen Bund in deinen Mund, ſo du doch Zucht haſſeſt und wirfſt meine Worte hinter dich?“ Sodann gehört zu einem gottwohlgefälligen Kampfe aber auch noch, daß wir mit den rechten Waffen kämpfen. Schon in welt⸗ lichen Kriegen gelten nicht alle Waffen. Es gibt ſolche, die man faſt all⸗ gemein für „verboten“ hält. In den geiſtlichen Kriegen gelten bei den Kindern Gottes, weil bei ihrem HErrn, gar viele Waffen für verboten. Ja, eigentlich gibt es im Kampfe ob dem Glauben, der einmal den Heiligen vorgegeben iſt, nur Eine Waffe. Und, was das Allermerkwürdigſte iſt: Der Schatz, ob dem wir kämpfen, und die Waffe, womit wir ihn ver⸗ theidigen, iſt ein und dasſelbe. Das Wort Gottes ſollen wir mit dem Worte Gottes, durch das Wort Gottes vertheidigen. Und das wider⸗ ſpricht ſich nicht. Denn das Wort, welches uns Gnade, Leben, Seligkeit darbeut, hat ja auch die Kraft, den Glauben zu wirken, welcher das Wort und all ſeine Segnungen erkennt und ergreift und dann aber auch ſofort gegen Welt und Teufel vertheidigt. Wohlan denn, meine Brüder, leiden wir alle uns als gute Streiter JEſu Chriſti. Wer nicht Vorkämpfer ſein kann, der ſei Mitſtreiter. Wer nicht mit ins Feld ausziehen kann, der ſtärke die Hände der Kämpfer durch Fürbitte im Kämmerlein. Auch aus dem Munde der Unmündigen bereitet ja unſer HErr eine Macht gegen ſeine Feinde. Wer immer unter der Fahne des Siegesfürſten ſteht, auch wenn er vor der Welt zu unterliegen ſcheint, iſt allemal Sieger und bleibt auch Sieger, wie Stephanus und alle heiligen