# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1899_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neunten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1899. 15 Nach geſchehener Organiſation der Synode verlas der Hochw. All⸗ gemeine Präſes, Herr Dr. H. C. Schwan, folgende Synodalrede nebſt Präſidialbericht. Synodalrede. Ehrwürdige, in Chriſto geliebte Väter und Brüder! Wir leben jetzt im Zeitalter der Vereine. Alle Welt iſt voll davon. Beſonders unſer Land. Dieſe Verbindungen haben die verſchiedenſten Zwecke. Es gibt ſociale, geſchäftliche, politiſche und natürlich auch religiöſe Vereine. Und, was dabei beſonders merkwürdig iſt, in den letztgenannten ſcheint nach einer Zeit des Reißens und Spleißens nun eine Periode des Ausgleichs, des Sammelns und der Vereinigung eingetreten zu ſein. Mit demſelben Eifer nämlich, mit welchem man früher kirchliche Körperſchaften der geringſten Urſachen wegen ſich trennen und bekämpfen ſah, bemüht man ſich jetzt, alles zuſammenzufaſſen, was ſich nur einigermaßen unter Einen Hut bringen laſſen will. Es werden Programme aufgeſtellt, Zuſammen⸗ künfte gehalten, Länder und Meere durchſtreift, Kirchen⸗Convente verſam⸗ melt; ja, ſogar ein allgemeines Religions⸗Parlament hat bereits getagt, auf welchem auch Heiden aus fernen Landen Sitz und Stimme fanden. Man hofft nichts Geringeres, als daß aus dem Miſchen und Gähren aller religiöſen Elemente der Erde endlich die Eine, große Religion des Univer⸗ ſums hervorgehen, damit der ewige Friede auf Erden einkehren und alle Völker der Welt zu Einer großen, glücklichen Familie vereinigen werde. Aber auch in ſolchen Kreiſen, wo man dieſe überſchwänglichen Friedens⸗ hoffnungen nicht hegt, wo man ſogar meint, auf dem Boden des Chriſten⸗ thums, ja, der heiligen Schrift bleiben zu wollen, iſt man von dieſem Friedens⸗ und Vereinigungszuge nicht unberührt geblieben. So haben ja, wie wir leſen, erſt kürzlich mehrere zahlreiche und angeſehene kirchliche Körperſchaften hüben und drüben zuſammen einen Katechismus verfaßt, auf Grund deſſen ſie nun all ihre Gemeinden zu vereinigen hoffen. Darin ſind nämlich alle diejenigen Schriftlehren fallen gelaſſen, oder doch mit Stillſchweigen übergangen, welche etwa hätten Zwieſpalt erregen dürfen, und ſind nur die wenigen ſtehen geblieben, welche Ausſicht hatten, von der großen Mehrheit angenommen zu werden. Und für eine ſolche Vereini⸗ gung führen ſie nun getroſt alle Stellen der heiligen Schrift an, welche uns zu Frieden und Einigkeit ermahnen. Nun, meine verehrten Brüder, wie ſtehen denn nun wir hier zu allen ſolchen Friedensbeſtrebungen? Man erwartet dort keinerlei Theilnahme unſrerſeits. Und inſoweit kennt man uns recht. Man ſchreibt nun aber unſere Weigerung unſerer bekannten ſtarren Excluſivität zu. Und das meint ja doch unſerm Unver⸗