# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Verhandlungen der 20ſten Allgemeinen oder milien und Boardinghäuſern die Lügen des Talmud aufdecken und die neu⸗ teſtamentliche Herrlichkeit offenbaren, hat ſich viel in ſeinem Hauſe mit den Juden herumgezankt, wie ſie das Streiten bezeichnen, aber er ermüdete nicht in ſeiner Liebe, ſeinen Brüdern nach dem Fleiſche das Evangelium zu ver⸗ kündigen. Doch laſſen wir ihn ſelbſt aus ſeiner Arbeit berichten: „‚Ich theilte ſeit Beſtehen der Judenmiſſion 1500 deutſche und hebräi⸗ ſche Tractate aus und ſie gelangten in gute Hände; ferner 50 hebräiſche Bibeln, 80 hebräiſche Neue Teſtamente, 70 hebräiſche Pſalter, über 100 deutſche Bibeln, 80 engliſche Bibeln, 150 deutſche Neue Teſtamente mit den Pſalmen, 80 engliſche Neue Teſtamente, in Summa 2110 Schriften. Ich habe mit Juden, wenn ich eine kleine Zahl angeben ſoll, gewiß über 1000 geſprochen, welche die Wahrheit von Chriſto gehört haben. Getauft ſind 9 junge Leute, von welchen 2 im Lehrerſeminar zu Addiſon ſtudiren; von zwei anderen höre ich dann und wann, die übrigen ſind leider abgefallen. Arbeit habe ich genug, hätte ich nur mehr Kraft gehabt. Unter den Fami⸗ lien, beſonders unter meinen vielen Landsleuten, hat der HErr mir Thür und Thor geöffnet, ſo daß ich dort das Chriſtenthum ungeſtört verkündigen kann, und bin ein Gaſt unter ihnen. Gewiß muß ich klug handeln und den Juden ein Jude werden, damit ich ſie ziehe. Viele Familienväter ſind überzeugt, daß nach der Bibel die Chriſten Recht haben, und daß Chriſtus der Meſſias ſein muß, und disputiren darüber ſelbſt mit anderen Juden; aber dabei bleiben ſie wegen ihrer Frauen, Kinder, Freunde und Ver⸗ wandten ſtehen, und ihre äußerliche Exiſtenz hält ſie zurück, ſich taufen zu laſſen. Ich glaube aber, daß Gottes Wort nicht leer ausgehen wird. Die Judenmiſſion iſt ſchwerer als die Heidenmiſſion, und man muß Gott um viel Geduld bitten. Ich bin aber glücklich, daß ich Judenmiſſionar bin, und daß ich gewürdigt worden bin, meinen Brüdern nach dem Fleiſch, welche ich von ganzem Herzen liebe, das Evangelium zu predigen. Hat der treue Heiland doch mich bekehrt, und ſo bin ich gewiß und ſicher, daß der HErr auch unter dem abtrünnigen Iſrael noch welche hat, welche vor Baal ihre Kniee nicht beugen wollen, und ſolche will ich aufſuchen.“ „Soweit des Miſſionars Bericht. — Was den ökonomiſchen Theil be⸗ trifft, ſo ſahen wir uns, da wir vor dem 1. Mai eine Entſcheidung zu treffen hatten, veranlaßt, das Haus 95, Ave. D, auf ein weiteres Jahr zu miethen, da, ſelbſt wenn wir die Herberge aufgäben, uns die Miethe für ein geeignetes Logis für den Miſſionar nicht viel niedriger zu ſtehen kommen würde, und er doch eine Wohnung haben muß, daß die Juden ihn beſuchen und ſich mit ihm beſprechen können. Wir wollten damit der Ehrw. Synode nicht vor⸗ greifen, in dem, was ſie über die Judenmiſſion, reſp. ihr ferneres Beſtehen, entſcheiden wird. „Die Unterſtützungen aus allen Kreiſen der Synode ſind im Allgemei⸗ nen ſo reichlich eingegangen, daß wir in keiner pecuniären Noth waren; nur ſind ſie im letzten Jahre nicht mehr ſo zugefloſſen, wie vorher. [SCAN: am rechten Rand ſcheinen einzelne Wortreſte der gegenüberliegenden Seite (p-075) durch das Papier durch; nicht transkribiert.]