# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S64 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 64 Verhandlungen der 20ſten Allgemeinen oder „2. Die verwahrlosten Chriſten unter uns, und ſo auch die bei uns wohnenden Juden und Neger, haben durch das Zuſammenleben mit dem Chriſtenvolke und durch die gleiche Landesſprache, die ſie mit uns theilen, tägliche Gelegenheit, das Evangelium von Chriſto zu hören und dadurch zur Seligkeit geführt zu werden, und wenn ſie dieſe Gelegenheit nicht be⸗ nutzen, ſo iſt das zum größten Theil ihre eigene Schuld; aber die Indianer und entfernten Heiden ſind von den Segnungen der chriſtlichen Einflüſſe ſo lange abgetrennt, als die Chriſten ihnen nicht die Predigt des Wortes Gottes zutragen. Darum wenn ſie die Predigt des Evangeliums nicht ge⸗ nießen, ſo iſt die Hauptſchuld unſer, die wir ſie verſäumen und an ihrem Elend ohne thatſächliches Erbarmen vorüber gehen. „3. Der HErr hat uns die Thür zu den Indianern und zu den ent⸗ fernten Heiden bereits weit aufgethan. — Die Miſſion unter den Indianern haben wir ja ſchon in früheren Jahren nicht ohne Erfolg in Michigan und auch in Minneſota betrieben und brauchten wir dieſelbe nur wieder aufzu⸗ nehmen. — Die Unzugänglichkeit aber, in welcher die entfernten Heiden Aſiens, Afrikas und Auſtraliens größtentheils ſich gegen allen Verkehr mit chriſtlichen Völkern ſo lange verſchloſſen hatten, iſt, Gott Lob! durchbrochen und beſeitigt. Auch wird die Schwierigkeit, ihre Sprache zu erlernen, immer mehr überwunden, und die Bibel iſt bereits in alle heidniſchen Hauptſprachen überſetzt; ja, es geſchieht alle Tage mehr für die Vervoll⸗ ſtändigung ſolcher Bibelüberſetzungen. „4. Daß wir in Betreff des Miſſionirens in fremden Heidenländern Gefahr laufen würden, in die Gebiete anderer Miſſionsgeſellſchaften hin⸗ überzugreifen, iſt mit nichten zu befürchten, da z. B. die Lande China, Japan, Oſtindien, Central⸗Afrika ſo ungeheure Länderſtrecken darbieten, daß man dem Zuſammenſtoßen der verſchiedenen Miſſionsgeſellſchaften leicht vorbeugen kann. „5. Daß wir mit Eröffnung der Miſſion unter den Indianern und fernen Heiden noch warten ſollten, weil uns Gott die Männer noch nicht geſchenkt habe, welche die dazu nöthigen Gaben und Fähigkeiten beſitzen, können wir nicht zugeben. Wir ſollten vielmehr genaue Umſchau halten, ob uns nicht Gott längſt ſolche Männer zugeführt hat, deren Miſſions⸗ gaben bisher unbekannt oder wenigſtens unbenutzt geblieben ſind; wir ſollten ferner den HErrn fleißig und ernſtlich anflehen, er wolle uns je mehr und mehr ſolche Gaben ſchenken und erwecken, wie ſie zur Ausführung des angegebenen Miſſionswerkes nöthig ſind. „6. Es iſt deshalb aber auch nicht hinreichend, daß gelegentlich ein oder der andere Candidat oder Paſtor unter uns zum Miſſionsdienſt auf⸗ gemuntert und dazu ausgeſandt werde, ſondern was wir bedürfen, iſt ein eigenes Miſſionshaus, in dem ein eigener Miſſionsdirector arbeitet, der nicht durch ein anderes Hauptamt behindert ſein ſollte, damit er ganz für die Aufgabe ſeines Directorats leben und wirken, auch im Verein mit [SCAN: am rechten Rand ſcheinen einzelne Wortreſte der gegenüberliegenden Seite (p-071) durch das Papier durch; nicht transkribiert.]