# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der 20ſten Allgemeinen oder wendet werden, was nicht nur für die Hausleute ungemein viel Beſchwer⸗ lichkeit mit ſich brachte und ebenſo ſtörend und hinderlich für die Studirzeit der Schüler in den betreffenden Zimmern iſt, ſondern bei nachwachſender Schülerzahl auch nicht mehr ausreichend iſt. — Die Küche, welche auch im „basement“ liegt, iſt ſelbſt für die nöthigſten Kochapparate und für das vermehrte Dienſtperſonal nun vollends zu klein geworden. „c) Ferner iſt des Hausverwalters Wohnung mitten unter den Schü⸗ lern, und dieſelbe iſt, da die Familie fünf Mägde bei ſich haben muß, ſo be⸗ ſchränkt, daß in jedem Zimmer ein Bett ſtehen muß. Knecht und Bäcker haben in einem Vorrathshäuschen durch Bretterverſchlag eine ſchmale Kam⸗ mer zum Schlafraum erhalten; ſonſt müſſen ſie ſich in der Küche aufhalten. „d) Und hierzu kommt noch, daß der Raum, welchen der Hausverwalter mit ſeiner Familie und den Mägden im Seminar einnimmt, nothwendig für die Schüler verwendet werden muß. Bisher hatten wir noch auf dem Seminarhof ein kleines Framehaus, das frühere alte Waiſenhaus, welches die Synode mit einem Stück Land von der Nord⸗Illinois Waiſenhausgeſellſchaft kaufte. Dieſes Haus iſt aber nun ſo alt geworden, daß alle ferneren Repa⸗ raturen nur Geldverſchwendung wären. Verwendet wurde das Haus bis⸗ her für fünf Pianos zur Uebung für die Schüler. Dieſe Pianos müſſen aber jetzt, wenn ſie nicht völlig unbrauchbar werden ſollen, aus dem Hauſe entfernt werden. Wohin damit? Wohnzimmer und Schlafräume der Schüler ſind ohnedies ſchon genügend beſetzt, ja, mehrt ſich die Zahl der Schüler, ſo müſſen die vorhandenen Räume über Gebühr beſetzt werden. Nur durch Räumung der Wohnung des Hausverwalters wird Platz für die Pianos. „e) Endlich iſt noch zu erwähnen, daß wir für die Kranken im Semi⸗ nar ein einziges kleines Dachkämmerchen haben, worin zur äußerſten Noth drei Betten ſtehen können, und daß der Aufenthalt darin für Kranke geradezu unerträglich iſt. Dies Krankenzimmer hat nur halbe Fenſter; kurz, es iſt ganz ungeeignet zur Aufnahme von Kranken. Es iſt aber bisher das einzige Zimmer geweſen, das die Kranken dem vielen muſikaliſchen Lärm, wenn auch nicht ganz, doch einigermaßen entrückte. Und dennoch kann es vorkommen, daß Tagelang der Unterricht und die Uebung in der Muſik theilweiſe unter⸗ bleiben muß, was von nicht geringem Schaden für die Schüler iſt. Kamen aber mehr Krankheitsfälle vor, ſo mußten Wohnzimmer der Schüler geräumt werden, und die Uebelſtände für Kranke und Geſunde wurden noch größer. „Dieſen vielen und großen Uebelſtänden ſollte einmal abgeholfen wer⸗ den. Die Aufſichtsbehörde hat nun in dieſen drei Jahren viel darüber nach⸗ gedacht und mancherlei Pläne gemacht, wie mit nicht allzugroßen Koſten für genügende Wirthſchaftsräume, Hausverwalter⸗Wohnung und Kranken⸗ ſtuben geſorgt werden könnte. Alle drei Räume ſollten unbedingt ſo mit einander verbunden ſein, daß man nicht genöthigt iſt, ſich erſt den ſcharfen Stürmen der Prairie und der bitteren Kälte auszuſetzen, um von dem einen zum andern Local zu gelangen.