# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Fünften Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1887. 29 der letzten Delegatenſynode, welcher für alle Synodalanſtalten den Beginn des Unterrichtsjahres auf den letzten Mittwoch des Monats Auguſt feſt⸗ ſetzte, iſt natürlich auch in unſerer Anſtalt in St. Louis durchgeführt worden. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß dieſer Anfangstermin für St. Louis ein zu früher iſt, da gerade in der letzten Hälfte des Auguſt für St. Louis die heißeſte Zeit iſt, unter welcher namentlich die aus dem Nor⸗ den kommenden Studenten zu leiden haben. Daher empfehlen wir, daß für die Anſtalt in St. Louis ein ſpäterer Anfangstermin von der Ehrwür⸗ digen Synode feſtgeſetzt werden möge. „Schließlich ſei noch erwähnt erſtlich, daß, da Herr Wehking durch Wegzug aus der Aufſichtsbehörde ſchied,*) dieſelbe Herr Heinrich Debus, Glied aus der dortigen Dreieinigkeitsgemeinde, an deſſen Stelle erwählt hat, und zweitens, daß die Anſtalt in der Perſon des Herrn Benjamin Hoffmann, eines St. Louiſer Gemeindegliedes, einen vortrefflichen Haus⸗ vater bekommen hat, ſo daß dem früheren Uebelſtande nun abgeholfen iſt.“ (Bericht der Aufſichtsbehörde zu St. Louis, Mo., geſchrieben am 17. März.) Es wurde der Synode auch ein Brief des Herrn Prof. Schaller mit⸗ getheilt, in welchem er die Hoffnung ausſpricht, daß er nach und nach wieder erſtarken und ſeines Amtes von neuem werde warten können. Doch wird ſich dieſe Hoffnung nach dem Urtheil des Arztes wohl nicht erfüllen. Ein von Seiten Herrn Prof. Schallers kürzlich gemachter Verſuch, ſich wieder thätig in ſeinem Amte zu erweiſen, ſcheint das Urtheil des Arztes zu beſtätigen. Nach längerer Berathung über dieſe Sache kam die Synode zu der Ueberzeugung, daß bei dem jetzigen leidenden Zuſtand unſeres lieben Herrn Prof. Schaller nur dann ſeine Hoffnung möglicherweiſe in ſpäteren Zeiten ſich erfüllen möchte, wenn derſelbe aller Verpflichtung, die ſeine Profeſſur ihm auferlege, enthoben werde. Da könne er ja dann nach freiem Belieben, je nach ſeinem leiblichen Wohlbefinden, ſich etwa hier und da literariſch beſchäftigen, welches nach dem Urtheil des Arztes, wenn es mit nöthiger Vorſicht geſchehe, wohl zuläſſig ſei. So gerne nun auch die Synode dieſen ihren wohlverdienten Lehrer in ſeiner theologiſchen Pro⸗ feſſur belaſſen hätte, ſo konnte ſie es doch nicht über ſich gewinnen, ihn da⸗ durch der Gefahr eines erneueten Hirnſchlags, der nach Ueberzeugung des Arztes drohe, wenn Herr Prof. Schaller nicht von der Ausübung ſeines Amtes abſtehe, auszuſetzen. Die Synode beſchloß daher, obſchon mit ſchwerem Herzen, Herrn Prof. Schaller mit einer Penſion von $750.00 jährlich — bei welcher Summe die davon zu zahlende Hausmiethe auf circa $150.00 veranſchlagt iſt — in den Ruheſtand zu ſetzen. Da die Profeſſur des Herrn Prof. Schaller baldmöglichſt wieder beſetzt werden mußte und auch die Profeſſur, welche Herr Dr. Walther inne ge⸗ habt hatte, nicht unbeſetzt bleiben konnte, ſo beſchloß die Synode ferner, *) Herr Wehking iſt ſeitdem wieder nach St. Louis zurückgekehrt.