# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Fünften Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1887. 21 wirklich nöthig ſei, nicht etwa daß die Anſtalt in Milwaukee fortbeſtehe, ſondern daß ſie Eigenthum der Allgemeinen Synode werde; 2. ob es ſchon jetzt wirklich nothwendig geworden ſei, zwei vollſtändige Gymnaſien zu haben; 3. geſetzt, dies Letztere ſei der Fall, ob, auf's Ganze geſehen, gerade Fort Wayne und Milwaukee die geeignetſten Localitäten ſein würden, und 4. ob unſere Finanzen die nöthig werdenden Ausgaben jetzt ſchon geſtatten? Unſer practiſches Predigerſeminar in Springfield gedeiht und erweitert ſich je länger je mehr. So groß nun, wie bekannt, auch dort der Mangel an Raum iſt, ſo macht die dortige Aufſichtsbehörde doch weder Anſpruch auf Bauten, noch auf ſonſtige außerordentliche Bewilli⸗ gungen. Um ſo mehr ſollten wir von freien Stücken für dieſe Anſtalt thun, was nöthig iſt. Sie wird uns ſicherlich auch noch eine gute Weile unentbehrlich ſein. Von unſerem Lehrerſeminar in Addiſon endlich bringt uns der Bericht der Aufſichtsbehörde ebenfalls recht erfreuliche Nachrichten. Doch iſt man dort der Ueberzeugung, daß eine Erweiterung des Raumes unumgänglich nothwendig und deshalb ein Wirthſchaftsgebäude und eine Wohnung für den Hausverwalter zu bauen ſei. Beides zuſammen werde die Summe von $14,000 nicht überſteigen und $6,000 davon ſeien bereits aus dem Ueberſchuſſe des vorigen Baues in Kaſſe. Um jetzt ſogleich alle beantragten größeren Geldbewilligungen über⸗ ſehen zu können, ſei zunächſt unſerer Emigranten⸗Miſſion in New York gedacht. Die betreffende Commiſſion gibt in ihrem Berichte zuerſt die Statiſtik, welche aus dem „Lutheraner“ bereits im Weſentlichen bekannt ſein wird; erzählt ſodann den Hergang des betrübten Kaſſen⸗Defects; be⸗ kennt ihre Mitſchuld daran durch Unterlaſſung der nöthigen Aufſicht und genauer Angabe der dort vorhandenen Gelder; gibt Rechenſchaft über das ſeitdem eingeſchlagene Verfahren und läßt endlich die Hoffnung durchblicken, daß, wenn ihre Pläne erfolgreich ſeien, unſer Verluſt ſich ſchließlich doch geringer herausſtellen werde, als er auf den erſten Blick erſcheine. — So feſt wir nun auch alle überzeugt ſind, daß die damaligen Glieder der Com⸗ miſſion auch bei dieſer traurigen Sache in guter Meinung gehandelt haben, ſo unleugbar haben ſie ſich doch einer höchſt ſtrafbaren Unterlaſſung ſchuldig gemacht. Uns gegen ſolche Vorkommniſſe in Zukunft durch zu leiſtende Bürgſchaften zu ſchützen, wie dies bei weltlichen Geſellſchaften geſchieht, dazu werden wir uns hoffentlich nicht hinreißen laſſen. Aber gut wäre es, wenn wir mehr bedächten, daß es unter Chriſten in allen Dingen und nicht bloß vor Gott, ſondern auch vor Menſchen, ehrlich und ordentlich zugehen muß, ja, daß gerade die Chriſten auch in äußerlichen Dingen doppelt ſo ſorgfältig und gewiſſenhaft handeln ſollten, als die Kinder dieſer Welt. — Was nun inſonderheit das „Lutheriſche Pilgerhaus“ anlangt, ſo iſt es bis jetzt noch Privateigenthum derer, die es auf ihre eigene Gefahr gekauft haben. Nimmt es die Synode ihnen nicht ab, ſo leiden dieſe Brüder auch keinerlei Schaden.