# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Fünften Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1887. 19 Einigkeit zu bewahren! Denn das iſt gewiß: Uneinigkeit unter uns, wenn ſie einmal aufkommt, muß viel greulicher und zerſtörender werden, als ſonſt irgend wo anders. Die Synodalverſammlungen der Diſtricte ſind auch in den beiden letzten Jahren regelmäßig abgehalten worden. Die Lehrverhand⸗ lungen haben ſich, da es keine ſogenannten brennenden Fragen gab, mehr wie ſonſt den Katechismuswahrheiten zugewandt. Gewiß nicht zum Schaden. Ohne Bedenken werden wir die Geſuche unſerer Gemeinden und Pa⸗ ſtoren ſowohl in Kanſas als auch in California⸗Oregon geſtatten können, ſich zu eigenen Diſtricten zu conſtituiren. Die bis jetzt noch ge⸗ ringe Zahl der Gemeinden am Stillen Ocean wird hoffentlich nicht dagegen eingewendet werden. Erfahrung hat uns ja gelehrt, daß Bildung ſelbſt⸗ ſtändiger Diſtricte die Sammlung und den Anſchluß neuer Gemeinden nicht etwa hindert, ſondern vielmehr zu fördern pflegt. Mit Freuden wird die Synode aus dem „Lutheraner“ erſehen haben, daß auch die Paſtoren und Gemeinden der ſogenannten engliſchen Con⸗ ferenz in Miſſouri ſich im Geiſt ſo eng mit uns verbunden wiſſen, daß ſie jetzt den Wunſch ausgeſprochen haben, nun auch förmlich, und zwar als ein engliſcher Diſtrict, unſerm Verbande einverleibt zu werden. Ob dies aber ohne Aenderung unſrer Conſtitution geſchehen könne und ob die Brüder davon wirklich ſo viel mehr Vortheil haben würden, als jetzt, dürfte jedoch zuvor wohl zu überlegen ſein. Da von jetzt an aber doch wahrſcheinlich der Allgemeine Präſes jähr⸗ lich wenigſtens dreizehn Diſtricte zu beſuchen haben wird, ſo iſt ein Plan zu einer beſſeren Reihenfolge der Diſtrictsſynoden ausgearbeitet worden, der dies möglich zu machen ſucht und deshalb hoffentlich Zuſtimmung finden wird. Unſere Lehranſtalten erfordern dies Jahr mehr wie ſonſt unſere Aufmerkſamkeit. Was zuerſt das Predigerſeminar in St. Louis betrifft, ſo bringt uns der Bericht der Aufſichtsbehörde neben der Verſicherung, daß ſonſt Alles ſeinen guten Gang gegangen ſei, nun auch amtlich die traurige Nachricht, daß dort zwei Lehrſtühle zu beſetzen ſind. Zwar haben die übrigen Herren Profeſſoren ſogleich und aus eigenem Antrieb die ent⸗ ſtandenen Lücken ausgefüllt, ſo gut es irgend möglich war. Aber ohne großen Schaden kann dies Proviſorium nicht länger fortbeſtehen. Die Synode wird nun zu entſcheiden haben, ob die Beſetzung auf dem ordent⸗ lichen Wege durch ihr Wahlcollegium, oder etwa ausnahmsweiſe wieder einmal durch die gegenwärtige Verſammlung ſelbſt geſchehen ſoll. Viel⸗ leicht könnte beides mit einander verbunden werden und zwar in der Weiſe, daß den bereits in der Facultät vorhandenen Kräften von der Synode ſelbſt der Wirkungskreis und die Stellung angewieſen würde, welche dieſelben von jetzt an einzunehmen hätten; dagegen aber die Wahl der neu zu be⸗ rufenden Perſon oder Perſonen, falls nicht auch darüber bereits hinreichende