# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der 20ſten Allgemeinen oder und vollbereitet, nur dann wird der HErr auch durch unſere Arbeit ſein Haus weiter bauen; wird Er das, was jeder an ſeinem Orte ſtill vor ſich hin gearbeitet und aufgerichtet hat, ohne daß es vieler Menſchenordnungen bedürfte, aufs ſchönſte zuſammen bringen und in einander fügen, ſo daß es mit einander hinanwächſt zu einem und demſelben geiſtlichen Tempel, der Behauſung Gottes im Geiſt. Wohlan denn! Ungefähr mit der diesjährigen Verſammlung wird ein neuer Abſchnitt in der Geſchichte unſerer Synode beginnen. Das kann nicht fehlen. Aber treten wir hinein mit dem Gelübde, auch in der kom⸗ menden Periode nach der alten Weiſe unſer Werk zu thun, nur noch eif⸗ riger und noch vorſichtiger als bisher, ſo werden auch wir uns bauen, wie die apoſtoliſchen Gemeinden ſich erbauten, wir werden in der Furcht Gottes wandeln und, geſchehe dann, was da wolle, der Troſt des Heiligen Geiſtes wird uns nicht fehlen. Das verleihe der gnädige und barmherzige Gott um ſeines lieben Soh⸗ nes JEſu Chriſti willen. Amen. [Zierlinie mit Raute — keine Sternchen.] Präſidialbericht. Je älter man wird, je weniger pflegt man Alles in roſigem Lichte zu ſehen, deſto mehr aber findet man gewöhnlich zu tadeln. So bin denn auch ich hoffentlich nicht blind für die Mängel und Gebrechen unſerer Synode. Ich ſehe z. B. gar wohl, wie hie und da, beſonders in älteren Gemeinden, die erſte Liebe zu erkalten, irdiſcher Sinn und weltliches Weſen einzureißen droht, wie man deshalb auch kein rechtes Herz mehr für das Wohl der Synode und für ihre Bedürfniſſe hat, weder ſein Geld noch weniger aber ſeine Kinder zum Dienſt des HErrn in Kirche und Schule hergeben mag. Das alles ſehe auch ich nur zu wohl. Aber, Gott ſei Dank! das iſt nicht Alles, was ich ſehe, wenn ich den weiten Kreis unſerer Gemeinſchaft überſchaue. Nein, ich ſehe, wohin ich blicke, auch viel Er⸗ freuliches, und zwar des Erfreulichen viel mehr, als des Betrübenden. Was mir aber allemal und vor allem das Herz erhebt und fröhlich macht, iſt die herzliche Eintracht unter unſern Lehrern, Paſtoren, Gemeinden und Diſtricten. Offenbar eine ganz beſondere Gnade Gottes! Oder wo wäre je außer der apoſtoliſchen Zeit und während der Reformation eine ſo zahl⸗ reiche Gemeinſchaft in dem Maße Ein Herz und Eine Seele geweſen? Wo hätte je eine ſo große Menge ſo weit zerſtreuter Gemeinden, die durch nichts anders als durch Glauben und Liebe zuſammengehalten wurden, ein ſo feſtes Ganze gebildet, als es unſere Synode in Wahrheit iſt? Erkennen wir denn ja die Gnade, die uns gegeben iſt, und ſeien wir ſehr fleißig, dieſe