# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1887_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der 20ſten Allgemeinen oder Nach geſchehener Organiſation verlas der Hochw. Allgemeine Präſes folgende Synodalrede nebſt Präſidialbericht. Synodalrede. Ehrwürdige, im HErrn geliebte Väter und Brüder! Unſere vorletzte allgemeine Synodalverſammlung fiel mitten in den Lehrſtreit hinein und trug viel dazu bei, ihn zum rechten Ende zu bringen. Die letzte Zuſammenkunft fand den Kampf bereits beendet. Wir konnten auf uns anwenden, was Apoſt. 9, 31. von der apoſtoliſchen Kirche geſagt wird: „So hatte nun die Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien.“ Denn wir hatten Frieden durch alle Diſtricte, in allen Gemeinden. Nun ſollte es aber auch von uns heißen, wie es dort weiter heißt: „und bauete ſich und wandelte in der Furcht des HErrn und ward erfüllet mit Troſt des Heiligen Geiſtes.“ Das begehrten wir, das hofften wir, das nahmen wir uns vor. Damit wollten wir die Gelübde bezahlen, die wir Gott gethan in großer Noth. Nun uns Gott wieder Frieden ge⸗ geben, wollten auch wir in aller Stille uns bauen, in Gottesfurcht wandeln und des Troſtes des Heiligen Geiſtes gewärtig ſein. Es wurde damit auch ein rechtſchaffener Anfang gemacht. Prediger und Lehrer hatten friſchen Muth. Die Gemeinden regten ſich. Unſere An⸗ ſtalten wurden voll zum Ueberfließen. Getroſt und mit Freuden ſahen wir der diesjährigen Verſammlung entgegen. Aber nun, da wir zuſammen ſind, iſt dieſer fröhliche Muth doch ſehr gedämpft. Es ſind uns Männer genommen, auf die wir gerechnet hat⸗ ten. Schon unter den acht und zwanzig Dienern am Wort, welche ſeit der letzten allgemeinen Synode aus unſerer Mitte geſchieden ſind, waren Ar⸗ beiter, die in den vorderſten Reihen ſtanden. Ich nenne nur den Namen: Sihler. Dann aber, nachdem im letzten Jahre auch Herr Profeſſor Schal⸗ ler, vom Schlage gerührt, ſeine Arbeit hatte niederlegen müſſen, traf uns unter allen der ſchwerſte Schlag. Es ward offenbar und gewiß, daß die Leibesſchwachheit, welche unſern theuren Dr. Walther befallen hatte, nicht ein vorübergehendes Leiden, ſondern daß ſie, ſoweit Menſchen ſehen, ſeine letzte Krankheit ſein werde. Hat auch bisher die Hoffnung immer noch wider die Furcht gekämpft, ſo dürfen wir doch jetzt ſeiner Wiedergeneſung kaum mehr entgegen ſehen. Wir müſſen uns darauf gefaßt halten, daß der nächſte Augenblick uns die Botſchaft von ſeinem Abſcheiden bringt. — O, welch ein Schlag wird das ſein! Obgleich lange vorausgeſehen, wird er uns mit gleicher Schwere treffen, ja, wird nur noch ſchwerer werden, je mehr wir darüber nachſinnen. Weiß doch jedermann, was er für unſere Synode war. Wie viel Hoffnungen ſind mit ihm dahingefallen! Er hatte