# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1857_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang III. Februar 1857. No. 2. (Eingesandt von Prof. Dr. Sihler.) Wie werden wahrhaft lutherische Gemeinden gegründet und erzogen. Vierter Artikel. Die Regierung. Wenn wir nun dieses Stück jetzt vor uns nehmen, so ist wiederum zu bevorworten, daß auch hier nicht unseres Vorhabens ist, das Wesen und die Beschaffenheit, das Ziel und den Zweck des Kirchenregiments, als Lehre, aus⸗ führlich zu handeln. Auch hier soll es daran genügen, den evangelischen Sinn und Geist eines rechtschaffenen Dieners der lutherischen Kirche aufzuzeigen, der durch die Leitung des göttlichen Wortes und ohne den Nothbehelf mensch⸗ licher Künste zwischen den beiden Klippen, der Priesterherrschaft und Volks⸗ herrschaft, unversehrt hindurchschifft und ein unverletztes Gewissen bewahrt, beides gegen Gott und gegen Menschen d. i. sich selbst und Andere. Ehe aber solches geschieht und wir zur Sache selber schreiten, wird es nicht undienlich sein, wenn wir zuerst auf einige geschichtliche Umstände auf⸗ merksam machen, die jen⸗ und diesseits des Oceans in Hinsicht auf die Re⸗ gierung der luth. Kirche uns jetzt stärker als sonst vor Augen treten, und so⸗ dann etwas bei dem Verhältnisse verweilen, in welchem auch unsere Kirche hier zu Lande sich zum weltlichen Regimente befindet. Was nun das Erste anlangt, so tritt es aus den meisten Zeit- und Flug⸗ schriften, wie auch aus besondern Büchern und Büchlein aus der luth. Kirche Deutschlands klar hervor, daß die Frage um Verfassung und Regiment der Kirche stark bewegt — und daß in den lutherischen Landeskirchen das ober⸗ bischöfliche Kirchenregiment des Landesfürsten als ein fester Halt⸗ und Stütz⸗ punkt für die Kirche zur guten und bösen Zeit, ja fast als eines der herrlich⸗ sten Kleinode der lutherischen Kirche angeschaut wird. Da gibt man sich viele Mühe, das sogenannte „historische Recht,“ in Folge deß der Landesfürst auch der oberste Bischof der luth. Landeskirche sei, zudem gleichgültig, ob er selbst lutherisch, oder katholisch oder unirt oder reformirt sei, klar und unwidersprechlich darzuthun. Da schaut man wohl mit einem vornehmen Mitleid auf Luther und seine Mitarbeiter und Mit⸗