# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S175 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 175 uns in der heiligen Schrift auch nicht bloß allgemeine Grundſätze gegeben, aus welchen wir die einzelnen Lehren ſelbſt abzuleiten hätten, und nicht bloß die eine oder die andere Lehre geoffenbart, aus welcher alle anderen Lehren von uns ſelbſt zu finden wären, ſondern Gott hat — weil es für uns durch⸗ aus nöthig war — jede einzelne Lehre, die wir zu glauben haben, uns in mindeſtens einem ausdrücklichen Schriftwort vorgelegt. Welche Thorheit iſt es daher, das mit der Vernunft erſchließen zu wollen, was doch in der Schrift geoffenbart vorliegt und von uns gar nicht erſchloſſen werden kann. — Dieſe große Thorheit wurde auf eine draſtiſche Weiſe von einem Gliede der Synode in folgender Geſchichte vorgeſtellt: Es waren einmal vier Blinde. Dieſe hatten von einem Elephanten gehört. Um einen Begriff von dieſem Thiere zu erlangen, gingen ſie zum Beſitzer desſelben und ſprachen zu ihm: Zeige uns einmal deinen Elephanten. Ihre Bitte wurde ihnen gewährt. Da ſie nun nicht ſehen konnten, ſuchten ſie ſich durch ihr Taſtvermögen einen Begriff von dem Elephanten zu machen. Der erſte dieſer Blinden erfaßte den Rüſſel des Thieres. Von dieſem Begriff kam er vermöge Schluß⸗ folgerungen, die er nun machte, zu dem Begriff: Ein Elephant iſt wie eine Schlange. Der zweite der Blinden hatte ein Bein des Elephanten erwiſcht. Aus dieſem Begriff ſchloß er: Ein Elephant iſt wie ein Stampfer einer Oelmühle. Der dritte bekam einen Ohrlappen des Thieres in die Hände. Infolge deß ſtand es bei ihm feſt: Ein Elephant iſt wie ein Windfächer. Der vierte Blinde endlich hatte den Schwanz des Elephanten ergriffen und infolge deß auch alsbald begriffen: ein Elephant ſei wie ein großer Reisſtampfer. Was dieſe Leute ergriffen hatten, war ja allerdings das Rechte, aber durch ihre verkehrten Schlußfolgerungen hatten ſie ſich je nach ihrem Begriffsgegenſtand und Begriffsvermögen einen — wie man ſieht — durchaus falſchen Begriff von dem Elephanten gemacht. — Gewal⸗ tig geißelt Luther die Folgerei, welche über Gottes ausdrückliches Wort hinaus Schlüſſe macht. Er ſchreibt: „Das Allerfeinſte aber in des Biſchofs (von Meißen) Zettel iſt, daß die Pfarrherren ſollen das Volk lehren, wie unter der einen Geſtalt der ganze JEſus Chriſtus, Gottes Sohn, Gott und Menſch, dazu ſein Leib und Blut ſei und von den Laien gegeſſen und getrunken werde. . . Hiezu ſchlägt nun die Concomitantien, das iſt, die Folge. Weil Chriſtus Leib nicht ohne Blut iſt, ſo folget daraus, daß ſein Blut nicht ohne Seele iſt; daraus folget, daß ſeine Seele nicht ohne die Gottheit iſt; daraus folget, daß ſeine Gottheit nicht ohne den Vater und Heiligen Geiſt iſt; daraus folget, daß im Sacrament auch unter Einer Geſtalt die Seele Chriſti, die heilige Dreifaltigkeit gegeſſen und getrunken wird ſammt ſeinem Leibe und Blut; daraus folget, daß ein Meßpfaff in einer jeg⸗ lichen Meſſe die heilige Dreifaltigkeit zweimal opfert und verkauft; dar⸗ aus folget, weil die Gottheit nicht ohne die Creatur iſt, ſo muß Himmel und Erden auch im Sacrament ſein; daraus folget, daß die Teufel und die Hölle auch im Sacrament ſind; daraus folget, daß wer das Sacra⸗