# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S174 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 174 Lehrverhandlungen der 19ten Allgemeinen oder auf ihre Principien (Grundſätze), ſondern auf den Ausſpruch der Schrift, daß Chriſti Leib ein wahrer Leib ſei. Ich antworte: Man muß die Schrift nicht bloß in dem Einen hören, daß Chriſtus einen wahren Leib habe, ſondern auch in dem Andern, daß Chriſti wahrer Leib im Abend⸗ mahl ſei. Die Regel des Glaubens iſt ganz anzunehmen. Hier iſt nicht in Frage, ob Chriſti Leib ein wahrer Leib ſei, ſondern dies, ob daraus, daß Chriſti Leib ein wahrer Leib iſt, mit Recht geſchloſſen werde: Gott könne nicht bewirken, daß jener wahre Leib im Abendmahle gegenwärtig ſei. Sie ſagen: Die Art des Leibes leide es nicht, derſelbe ſei endlich. Ich frage: woher ſie wiſſen, daß es dem Leibe Chriſti widerſpreche, an mehreren Orten zugleich zugegen zu ſein? Sicherlich aus den Grundſätzen der Ver⸗ nunft, denn die Schrift ſagt das Gegentheil. Das ganze Argument läuft alſo ſchließlich auf einen Ausſpruch der Vernunft hinaus.“ (Loc. cit. § 178.) Die Anwendung des in dieſem und den vorhergehenden Citaten Ge⸗ ſagten auf das Vorgeben, die Lehre von der Erwählung zum Glauben und zur Seligkeit widerſtreite der Schrift: ihr Ausſpruch vom allgemeinen Gna⸗ denwillen Gottes leide es nicht, jene Stellen, welche von der Erwählung handeln, ihrem Wortlaut nach zu nehmen — kann nun ein jeder leichtlich ſich ſelber machen. Haben wir denn nun, da wir alles „Reimen“ in den klaren Ausſprü⸗ chen des Wortes Gottes unterlaſſen und auch nicht einen Artikel aus dem andern mit der Vernunft folgern wollen, einen zuſammenhangsloſen, widerſpruchsvollen Glauben? — wie man uns entgegengehalten hat. Das ſei ferne. Alle Artikel unſeres allerheiligſten Glaubens ſtehen ſicherlich in wunderbarem Einklang, in genaueſter Uebereinſtimmung miteinander und bilden — um den Ausdruck der Gegner auch einmal zu gebrauchen — ein „harmoniſches Ganze“. Wie in Gott ſelbſt, ſo iſt auch in den von ihm geoffenbarten Lehren die vollſte Harmonie. Jede gegentheilige Behauptung nennen wir Gottesläſterung. Den innigſten Zuſammenhang der ganzen chriſtlichen Lehre zeigt auch die Schrift ſelbſt damit an, daß ſie Chriſtum in ihren Mittelpunkt ſtellt. Wenn St. Paulus als die Summa ſeiner Pre⸗ digt angibt: Wir predigen Chriſtum, den Gekreuzigten, ſo ſagt er damit, daß die Lehre von Chriſti Perſon und Werk die Centrallehre ſei, von welcher alle anderen Lehren ausgehen und mit welcher alle Lehren im innerſten Zu⸗ ſammenhange ſtehen. Aber für ein Ganzes im Sinne der menſchlichen Ver⸗ nunft halten wir die einzelnen Lehren der heiligen Schrift allerdings nicht. Wir Menſchen haben hier in dieſem Leben nicht einen ſolchen Einblick in den inneren Zuſammenhang der göttlichen Lehren, daß wir, wenn uns eine Lehre gegeben iſt, nun mit Hülfe der Logik alle anderen Lehren aus dieſer einen Lehre ableiten könnten. Wenn ich z. B. höre, Gott will, daß allen Menſchen geholfen werde, ſo weiß ich damit noch nicht, wie die Lehre von der ewigen Erwählung beſchaffen ſei. Daher hat Gott der Heilige Geiſt