# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S165 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 165 was zu derſelben gehöret, ſchaffet, wirket, hilft und befördert“. — Eine an⸗ dere hieher gehörende Stelle iſt Epheſer 1, 3 ff. Daſelbſt lobt der Apoſtel Gott, daß er die Epheſer ſeines geiſtlichen Segens theilhaftig gemacht, ſie zu Chriſten gemacht hat, und ſpricht darauf: „Wie er uns denn erwählet hat“ u. ſ. w. Jeder Chriſt, der dieſe Worte ohne Vorurtheil lieſt, wird ſie ſofort dahin verſtehen, daß der geiſtliche Segen, der in der Zeit über ihn gekommen iſt, eine Folge der ewigen Erwählung ſei. — Ebenſo verhält es ſich mit der Stelle Römer 8, 28—30. Mit Recht ſagt Chemnitz auf Grund dieſer Stelle: „So folget auch die Wahl Gottes nicht nach unſerem Glauben und Gerechtigkeit, ſondern gehet fürher als eine Urſach deſſen alles, denn die er verordnet oder erwählet hat, die hat er auch berufen und gerecht gemacht.“ Man ſchlage ferner die Stelle 2 Tim. 1, 9. auf, woſelbſt ge⸗ ſchrieben ſteht: „Der uns hat ſelig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unſern Werken, ſondern nach ſeinem Vorſatz und Gnade, die uns gegeben iſt in Chriſto JEſu vor der Zeit der Welt.“ Der Apoſtel bekennt hier im Namen der Chriſten: Gott hat uns aus der Welt durch ſeinen Gnadenruf herausgenommen und in den Stand, in welchem wir die Seligkeit haben, verſetzt. Was iſt die Urſache? „Nicht nach unſeren Werken, ſondern nach ſeinem Vorſatz und Gnade, die uns gegeben iſt in Chriſto JEſu vor der Zeit der Welt.“ Wie hier auf der einen Seite „unſere Werke“ als Urſache unſeres Chriſtenſtan⸗ des und unſerer Seligkeit abgewieſen werden, ſo wird auf der andern Seite unſere ewige Erwählung — denn das iſt Gottes „Vorſatz und Gnade, die uns gegeben iſt in Chriſto JEſu vor der Zeit der Welt“ — ausdrücklich als eine Urſache, daß wir ſelig gemacht und berufen ſind, angegeben. Man muß blind ſein, wenn man das nicht ſieht. So lautet das ausdrück⸗ liche Schriftwort über das Verhältniß des Glaubens und Chriſtenſtandes zur ewigen Erwählung. — Wo, fragen wir, ſagt das Schriftwort, welches von der Erwählung handelt, etwas davon, daß letztere geſchehen ſei in Anſehung des Glaubens als des Grundes und der Vorausſetzung der Wahl? Ueberall nichts. Trotzdem hat man dieſe Lehre mit Macht zur Geltung zu bringen geſucht und die Lehre der Schrift, die wir führen, verworfen. Und welches war das Verfahren, das man einſchlug, die falſche Lehre von der Wahl als die allein richtige zu beweiſen? Man nahm Schriftſtellen, in welchen kein ausdrückliches Gotteswort, keine Offenbarung über die Erwäh⸗ lung vorliegt, z. B. jene Stellen: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird ſelig werden“ und: „Ohne Glauben iſt's unmöglich, Gott gefallen“, und machte daraus den Schluß: „Alſo muß der Glaube der ewigen Wahl zur Seligkeit vorangehen; alſo iſt zu ſagen, daß die Wahl in Anſehung des Glaubens geſchehen ſei.“ Nachdem man ſo unter Abſehung vom Schriftwort bei ſich ſelbſt beſchloſſen hatte, wie die ewige Wahl Gottes geſchehen ſei, verſuchte man hinterher auch dieſe ſeine eigenen Gedanken in die Stellen der heiligen Schrift, welche von der ewigen Wahl Gottes