# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 93 dieſe Commiſſion zu demſelben Reſultat, daß ſie nämlich Lehnigks Stellung und Verfahren in dieſer Sache für ein verkehrtes erkannten, den Rath der Synode für einen rechten und ſeine Suspenſion für eine gerechte erklärten. „Endlich urtheilt auch der Vicepräſes, Paſtor C. Groß, ganz in der⸗ ſelben Weiſe, nachdem er auf Erforderung des Allg. Präſes Schwan, die Sache zu unterſuchen, ſich die Protokolle hatte ſchicken laſſen und dieſelben durchgeleſen hatte. „Gleichwohl appellirt jetzt Herr Lehrer Lehnigk an dieſe hier verſam⸗ melte Delegatenſynode und bittet ſeine ‚Angelegenheit an Ort und Stelle recht bald gründlich und vollſtändig unterſuchen zu wollen‘. „Nachdem die Committee die hier gegebene Sachlage erkannt und zu⸗ gleich die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß Lehnigk zu weit gegangen ſei, bat ſie ihn, einer zweiten Sitzung derſelben beizuwohnen. Derſelbe erſchien auch und führte ſelbſt ſeine Sache mündlich und ſchriftlich vor derſelben. Aus ſeinem eigenen Zeugniß wurde es der Committee immer deutlicher, daß Herr Lehnigk ſich verſündigt habe, indem er ſich von ſeiner Gemeinde losſagte, weil er ja ſein Zuchtverfahren derſelben gegenüber noch gar nicht abgeſchloſſen habe, und ſonderlich weil er ja dieſelbe noch immer für eine in Schwachheit irrende Gemeinde gehalten habe und noch halte. „Die Committee gab ſich auch alle Mühe, ihn von dem einfachen Grundſatz zu überzeugen, daß es unrecht ſei, ſich von einer chriſtlichen Ge⸗ meinde darum loszumachen, weil ſie etwa in der Ausrichtung der Kirchen⸗ zucht fehle; wenn man daher auch den Fall ſetze, daß die betreffende Ge⸗ meinde ſich in dem Handel mit den Gebrüdern M. verſehen hätte, ſo recht⸗ fertige dies doch ſeine Losſagung von der Gemeinde noch nicht. Er ſei offenbar zu weit gegangen; es wäre nach dem göttlichen Wort genug ge⸗ weſen, wenn er es bei dem mündlichen Proteſt belaſſen hätte. „Da ſich Lehnigk immer auf ein Gutachten Dr. Walthers vom Jahre 1881 berief, ſo geſtattete ihm die Committee auch dieſes, wie zuvor ſeinen Proteſt gegen Paſtor Groß' Schreiben, vorzuleſen. Es geſchah, und dabei ergab es ſich, daß Herr Dr. Walther in Bezug auf die Losſagung von der Gemeinde ganz ebenſo geurtheilt hatte, wie die Committee, und noch aus⸗ drücklich darauf hinwies, daß auch Paulus, trotzdem daß nach 1 Cor. 5. und 6. die Kirchenzucht in Corinth ſehr darniederlag, doch mit keinem Worte jemanden auffordere, die Gemeinde deshalb zu verlaſſen. „Als ſich nun Lehnigk ſomit etwas in die Enge getrieben ſah, brach er die Verhandlungen ab, indem er trotz vieler Bitten, noch länger zu blei⸗ ben, hinwegging. „Auf Grund deſſen nun, was die Committee aus den vorliegenden Protokollen über dieſen wohl ſchon vor 18 Jahren in der Gemeinde ent⸗ brannten Streit und auf Grund ihrer eigenen Erfahrung mit Lehnigk, die ſie in einer dreiſtündigen Verhandlung mit ihm gewonnen hat, erkannte, iſt ſie