# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S73 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 73 deutendſte Hafenſtadt für den deutſchen Auswanderer geworden. Ueber Bremen kommen die meiſten Auswanderer nach New York, und die Linie von dort nach Baltimore kommt immer mehr in Aufſchwung. Seit dem Eingehen der vor elf Jahren dort gegründeten Miſſion, unter Herrn B. Zieger, hatten wir keinen Vertreter, der ſich unſerer Auswanderer dort rathend und helfend annahm. Zwar haben die Unirten ſeit einigen Jahren die Auswanderermiſſion in die Hand genommen, aber uns wurden von ihnen keine Einwanderer zugewieſen; ſie verbanden ſich vielmehr aus⸗ ſchließlich mit der hieſigen General Council-Miſſion und arbeiteten uns offen entgegen, ja, warnten geradezu vor unſerem Miſſionar. Sie halten mit den Auswanderern, welche ſie aus den verſchiedenen Gaſthäuſern zu⸗ ſammenholen, Gottesdienſt und feiern das heilige Abendmahl, wozu ſie ohne Weiteres alle Anweſenden einladen. Selbſt Glieder aus unſerer lutheriſchen Freikirche in Deutſchland haben ſich von ihnen verleiten laſſen und ſind in Bremen bei ihnen zum Abendmahl gegangen, geriethen aber hernach deshalb in nicht geringe Gewiſſensnoth. Dadurch wurden wir ge⸗ zwungen, die Wahrung unſerer Intereſſen drüben ſelbſt in die Hand zu neh⸗ men. Das iſt der Grund, weshalb wir Herrn W. Vopel, der uns unter anderem von Herrn Paſtor Brunn in Steeden wohl empfohlen war, nach Bremen geſetzt haben, um ſonderlich für die in unſere Synodal-Conferenz ziehenden Auswanderer Sorge zu tragen. Zwar ſind die Unirten über unſer Vorgehen in Bremen bitterbös und haben Herrn Vopels Wirkſamkeit recht zu erſchweren geſucht; aber trotzdem hat das Werk daſelbſt ſeinen ge⸗ ſegneten Fortgang. Herrn Vopels Anſtellung, Beſoldung und Contro⸗ lirung liegt ganz in unſeren Händen. Es wäre nun wünſchenswerth, daß ſolche, welche früher oder ſpäter über Bremen nach New York oder Balti⸗ more auswandern und in unſere Kirche ziehen, rechtzeitig mit Herrn Vopels Adreſſe (Nr. 9 Wieſenſtraße) und ſeinem Beruf bekannt gemacht würden, damit ſie ſich von vornherein mit ihm in Verbindung ſetzen und alle ihre Reiſeangelegenheiten vertrauensvoll in ſeine Hände legen können. Aus⸗ wanderer, welche drüben ihre Reiſe ſelbſt bezahlen und über Bremen reiſen wollen, ſollten ihre Schiffskarten durch Herrn Vopel kaufen. Der dadurch erzielte Gewinn kommt dann der Sache zu gute, und die Auswanderer wiſſen, daß ſie in treuen Händen ſind. „Seit unſerem Bruch mit dem Emigrantenhauſe an State Straße iſt im Intereſſe desſelben hüben und drüben ſchriftlich und mündlich wieder⸗ holt das Gerücht verbreitet worden: unſere Emigranten würden in Spe⸗ lunken einquartirt. Daß dies eine böswillige Verleumdung iſt, können alle diejenigen bezeugen, welche von unſerem Miſſionar ein Logis bekommen haben. Unter dieſen waren nicht nur eigentliche Emigranten, ſondern auch Paſtoren und Lehrer. Sie ſind aber alle, unſeres Wiſſens, zufrieden von dannen gezogen. So lange wir kein eigenes Haus haben, behelfen wir uns mit ſolchen, die vorhanden ſind. Es hat hier immer gute Gaſthäuſer