# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 69 Praxis deſto vertrauter werde, wohingegen die Emigrantenmiſſion die Koſten übernahm. Nachdem derſelbe ſich in einem Zeitraum von 9 Mona⸗ ten gute Zeugniſſe erworben hatte, auch überhaupt als eine zu dieſem Werke geeignete Perſon erkannt worden war, bekam er von der von der New Yorker Localconferenz ernannten Judenmiſſions⸗-Committee einen proviſori⸗ ſchen Beruf als Judenmiſſionar in New York, welchen er auch anfangs Juli 1883 annahm. Bereits am 12. Juli hatte er eine Anzahl Juden im Unterricht. „Es war für uns eine ganz neue Art der Miſſion, für die wir zuerſt nur geringe Hoffnung hatten. Dennoch fing die Arbeit an, und es waren vornehmlich Emigranten⸗Juden aus Galizien, Ungarn und Polen, die ſich an unſern Miſſionar wandten und von ihm in Unterricht genommen wur⸗ den. Dieſer Unterricht iſt verſchieden von dem gewöhnlichen, indem ſelten einer ſo weit als der andere in der Erkenntniß vorgeſchritten iſt und bei⸗ nahe jeder einzeln vorgenommen werden muß, ſo daß des Miſſionars Ar⸗ beit oft von früh Morgens bis ſpät Abends anhält. Ferner iſt auch das nicht die ſchwerſte Arbeit für unſern Miſſionar, nachzuweiſen, daß die Weiſ⸗ ſagungen des Alten Teſtaments bereits erfüllt ſind, und der HErr Chriſtus der verheißene Meſſias iſt, ſondern es gilt zunächſt, die Lehren des Talmud vollſtändig zu zerſtören und den Juden den ganzen Boden unter den Füßen wankend zu machen. Sind ſie erſt ſo weit, ſo iſt eher Hoffnung vorhanden, ſie für den Heiland zu gewinnen. — Der Unterricht wird deutſch und hebräiſch gegeben, beſonders in der letzteren Sprache. Sind ſie weit genug vorgeſchritten, ſo ertheilt ihnen Herr Paſt. König von New York Katechis⸗ musunterricht, welchen derſelbe mit Treue, Fleiß und Luſt übernom⸗ men hat. „Durch Gottes Gnade iſt es gelungen, daß bereits 6 Juden durch die heilige Taufe in die chriſtliche Gemeinde aufgenommen werden konnten. Bei der zuvor ſtattgefundenen Prüfung legten ſie ein gutes Zeugniß ab. Drei andere ſind noch im Unterrichte. Wir bekennen es mit Dank gegen Gott und zur Freude der Kirche, daß der HErr in den 10 Monaten das Werk der Judenmiſſion reichlich geſegnet hat, und daß Herr D. Landsmann als ein gewiſſenhafter Miſſionar und bekenntnißtreuer Lutheraner ſeine Arbeit ausführte. Das Arbeitsfeld iſt vielverſprechend, und es iſt viel mehr Ausſicht auf Erfolg vorhanden, als wir Anfangs glaubten. „Nur ein Umſtand iſt zur Zeit recht hinderlich. Wir meinen nicht den, daß wir den in Unterricht ſtehenden Juden meiſtens Obdach und Lebensmittel gewähren müſſen — die Reichen ſind ja ſchwerlich für's Reich Gottes zu gewinnen —, ſondern daß ſo ſchwer Arbeit und Beſchäf⸗ tigung für ſie zu finden iſt. Unter die Juden dürfen wir ſie nicht gehen laſſen, denn ein Jude, der zu uns in den Unterricht geht und das nicht verheimlicht, löſt alle Bande mit ſeinen Blutsverwandten und ſeinem Volke, es trifft ihn der Fluch ſeines Volkes. Aber auch die Chriſten ſind