# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S64 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 64 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder Gelegentlich wurde bei Vollzug voranſtehender Aufnahmen darauf hingewieſen, daß hin und wieder ſolche unſerer Paſtoren, welche mit großen Koſten zu ihrem Reiſepredigeramte ausgerüſtet und ausgeſendet worden ſind, bisweilen nur einige Monate auf ihrem Poſten verharren und dann denſelben wieder verlaſſen, um den an ſie ergangenen Beruf an eine und zwar oft recht kleine Gemeinde anzunehmen. Es iſt dieſe Handlungsweiſe um ſo viel beklagenswerther, als dieſe Paſtoren zumeiſt Leute ſind, denen Gott eine beſondere Gabe für das Reiſepredigeramt gegeben hat. Man bedenkt nicht, wie ſchwer das Werk der Inneren Miſſion durch ein ſolches Verfahren leidet. Abgeſehen von den Koſten ihrer Ausrüſtung und Aus⸗ ſendung, die an ihnen verloren ſind, haben ſolche Reiſeprediger auf dem Felde der Miſſion keinen Erfolg gehabt, vielleicht ſogar einen Schaden an⸗ gerichtet, den wieder gut zu machen ihr Nachfolger kaum im Stande ſein möchte. Es haben ja unſere Reiſeprediger zum Theil 8 bis 12 Predigt⸗ plätze zu verſehen. Alle 6 bis 8 Wochen können manche Plätze nur beſucht werden. In der kurzen Zeit ihres Dienſtes haben ſie die Leute nicht ein⸗ mal recht kennen gelernt und die Leute ſie nicht, geſchweige denn, daß ſie ſchon eigentliche Seelſorge an dieſen Leuten hätten üben können. Auf einmal hören die Leute: Unſer Prediger iſt weggezogen und kommt nicht wieder. Was das für einen Eindruck auf ſie machen muß, kann ein jeder ſich leicht vorſtellen. Wir wollen gerne zugeben, daß die Schuld in den meiſten Fällen mehr an den Paſtoren und Gemeinden innerhalb unſeres Synodalverbandes, als an den Reiſepredigern ſelbſt liegt. Letztere werden von Paſtoren, die ſie kennen, Gemeinden empfohlen und dieſe greifen dann auch zu. So ſieht man nur auf ſich ſelbſt und bedenkt nicht das Wohl des Ganzen. Dazu kommt, daß der Ruf oft ſo dringend gemacht wird, daß ſolche junge Reiſeprediger, die bisweilen ganz auf ſich ſelbſt angewieſen ſind, denken, ſie ſündigen wider ihr Gewiſſen, wenn ſie dem an ſie ergange⸗ nen Rufe nicht folgen. Es ſollten doch alle Gemeinden um des allgemeinen Wohls der Kirche Gottes willen ſich in die unter uns beſtehende Ordnung fügen, vor Ausübung ihres Berufungsrechtes ihren Diſtrictspräſes um Rath zu fragen, damit ſie ihr Recht nicht mit ſchreiendem Unrecht ausüben, und es geſchieht dies jedesmal, wenn es wider die Liebe geſchieht. In Be⸗ zug auf unſere Reiſeprediger aber erfordert es die Liebe, einen Mann auf ſeinem Poſten zu belaſſen, wo er ganz vornehmlich unter Gottes Segen dem Reiche Chriſti dienen kann. Innere Miſſion. Obſchon das Betreiben des Werkes der inneren Miſſion inſonderheit Sache der Diſtrictsſynoden iſt, in welcher Bereich noch deutſche Anſiede⸗ lungen ſind, deren Zahl durch Einwanderung fort und fort vermehrt wird