# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 51 Functionen der Präſides, resp. der Directoren, unſerer ſynodalen Lehranſtalten nebſt voraufgehender Begründung der Nothwendigkeit erſterer. „In Lehranſtalten iſt nicht bloß über die Schüler, ſondern auch über die Lehrer eine Aufſicht nöthig. Und zwar genügt es nicht, nur im All⸗ gemeinen darauf zu ſehen, ob ſie in Lehre und Leben recht ſtehen, ſondern auch im Beſondern, ob ſie ihres ſpeciellen Amtes mit Treue und Geſchick warten, ob ſie das Rechte recht lehren, mit ihren Schülern das feſtgeſetzte Penſum wirklich erreichen, nicht zu viel und nicht zu wenig aufgeben, Ord⸗ nung und Aufmerkſamkeit zu erhalten wiſſen, die einzelnen Schüler unpar⸗ teiiſch und richtig behandeln, ob ſie einander zur Erreichung des Geſammt⸗ ziels in die Hand arbeiten, kurz, ob ſie überhaupt für das Wohl der Anſtalt thun, was ſie können. „Zu einer ſolchen Beaufſichtigung iſt aber der private, gelegentliche, gegenſeitige Verkehr und Gedanken⸗Austauſch unter den Lehrern nicht aus⸗ reichend. Es iſt ein Amt nöthig, dem dieſe Aufſicht ausdrücklich zur Pflicht gemacht wird, dem aber auch die entſprechende nöthige Macht bei⸗ gelegt werden muß. „Das hat denn auch unſere Synode erkannt und deshalb ſchon im Jahre 1854 an der Anſtalt in St. Louis das Amt eines Präſidenten errichtet und demſelben aufgetragen: die Oberaufſicht über die ganze An⸗ ſtalt zu führen; den Unterrichtsſtunden aller Lehrer im Gymnaſium beizu⸗ wohnen und darüber zu wachen, daß das nach der Eintheilung des Lehr⸗ ſtoffs in einem ſechsjährigen Curſus vorgeſchriebene jährliche Penſum gehörig durchgegangen und eine dem Lehrſtoff angemeſſene Methode befolgt werde; nöthigenfalls Erinnerungen zu geben; das hausväterliche Regi⸗ ment in Hinſicht auf die Studenten und die Oberaufſicht über den Director des Gymnaſiums als ſolchen zu führen.“ (Siehe „Synodalhandbuch“ 1. Aufl. S. 36 und 37.) „Dieſes Amt, welches ſodann auch für Fort Wayne und Addiſon er⸗ richtet wurde, hat ſich auch wohl bewährt, ſo lange es nach dem urſprüng⸗ lichen Plane fortgeführt wurde. Als aber die Verbindung von je 2 Anſtal⸗ ten an einem Orte aufhörte, entſtand Ungleichmäßigkeit. In St. Louis blieb das Präſidium, fehlte aber das Directorat. In Springfield gab es keines von beiden, bis die vorletzte Allgemeine Synode einen Director er⸗ wählte. In Fort Wayne und Addiſon beſtanden zwar beide Aemter; da aber die Präſidenten nicht mehr in der Anſtalt lehrten und lebten, da man ihnen deshalb manche wichtige Functionen nicht mehr zumuthete, ſon⸗ dern eine nach der andern abnahm, ſogar die Seelſorge über die Zöglinge, ſo entſtanden mancherlei Unzuträglichkeiten, ja, das Amt des Präſidii ge⸗ rieth zwiſchen Aufſichtsbehörde und Directorat in eine ſchwankende und ſchwebende Stellung. [Drucker-Bogenſignatur „4“ unten mittig; keine Seitenzahl.]