# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S49 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 49 Wort getragen ſein und ſtets auf das Eine, das noth iſt, hinzielen laſſen; ſondern auch die Schüler beugen ſich unter die Zucht des Wortes Gottes. Der Geiſt, der auf dieſer Anſtalt herrſcht, iſt zwar kein klöſterlicher, aber auch kein roher, frecher, ſondern im Allgemeinen ein zwar froher und friſcher, aber dabei chriſtlicher Geiſt. Wohl dürfen wir es nicht verſchwei⸗ gen, daß neben gottſeligen, ernſten Knaben, die einen muſterhaften Wandel führen, ſich auch ſolche finden, die lau, träge, leichtſinnig ſind. Aber bei allem jugendlichen Leichtſinn und Unart des Fleiſches (deren Vorhanden⸗ ſein uns gewiß nicht befremden darf, wenn wir bedenken, daß unſere Zög⸗ linge ſich gerade in den Jahren auf dieſer Anſtalt befinden, in welchen beides ſich am mächtigſten regt) iſt doch während der letzten Jahre (ſeit unſerem vorigen Bericht) kein einziger grober Exceß vorgekommen, infolge deſſen Ausweiſungen hätten ſtattfinden müſſen. Dem Director der Anſtalt wird von ſeiten der Schüler im Allgemeinen mit Ehrerbietung und Liebe begegnet und ſeine Ermahnungen und Beſtrafungen werden ohne Murren angenommen, in den Lehr-, Arbeits- und Freiſtunden herrſcht im Allge⸗ meinen chriſtliche Zucht und Ordnung. Kurz, was wir vor drei Jahren bezeugten, können wir auch diesmal mit Freuden wiederholen: Das Wort Gottes regiert auf dieſer unſerer Anſtalt. „Gehen wir zu dem Bericht über den Geſundheitszuſtand der Zöglinge unſerer Anſtalt über, ſo können wir auch dieſen nach Ausweis der ärzt⸗ lichen Krankenliſte als einen im Allgemeinen durchaus befriedigenden be⸗ zeichnen. Allerdings kamen einige acute Krankheitsfälle vor, auch hat die Anſtalt den Verluſt zweier Zöglinge aus den Oberklaſſen durch den Tod zu beklagen, im Uebrigen aber hatten die Bewohner der Anſtalt nach dem Be⸗ richt des Arztes ſich einer ziemlichen Geſundheit zu erfreuen. Die auf⸗ fälligen Erſcheinungen von Leibſchmerzen zeigten ſich, nachdem ſie ein gan⸗ zes Jahr ausgeſetzt hatten, zwar in dieſem letzten Jahre wieder, aber doch nur vereinzelt und nicht ſo heftig, wie in früheren Jahren; das klimatiſche Fieber iſt faſt gänzlich verſchwunden. Und nachdem nun auch der in der Nähe des College vorbeifließende Canal aufgefüllt, auch in der unmittel⸗ baren Nähe der Anſtalt mehr angebaut und drainirt worden iſt, ſo ſtehen wir nicht an, den Geſundheitszuſtand dieſer unſerer Anſtalt, die nicht auf einen kleinen Raum eingeengt iſt, ſondern inmitten eines großen herrlichen Grundſtücks von mehr denn 25 Acker ſo frei und ſchön daliegt, wie keine andere Anſtalt unſerer Synode, für beſſer zu erklären, als er je zu einer andern Zeit zuvor war. „Was die Frequenz des Gymnaſiums betrifft, ſo hat dieſelbe in den letzten Jahren, wie dies ſeit der Gründung von Progymnaſien auch nicht anders zu erwarten war, abgenommen. Während im Schuljahr 1880— 1881 die Schülerzahl noch 247 betrug, ſank ſie ſchon in dem folgenden Schuljahr 1881—1882 auf 207, im Schuljahr 1882—1883 auf 197 und in dieſem Schuljahr beträgt ſie 171.“ (Bericht der Aufſichtsbehörde.)