# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder anſprucht, ſchon 24 Stunden mehr, und zwar ohne daß dabei für den Di⸗ rector die Stundenzahl (23) vermindert würde. „Hiermit iſt, denke ich, zur Genüge klar gemacht, daß eine ſiebente Lehrkraft für Addiſon ein unerläßliches Bedürfniß iſt. „In Bezug auf dieſe ſiebente Lehrkraft aber wird es ſich durchaus empfehlen, eine Perſon in's Auge zu faſſen, die im Stande iſt, auch Unter⸗ richt in der Muſik, ſonderlich im Klavierſpiel, zu ertheilen. Es iſt keine Kleinigkeit, 26, nöthigenfalls 30 Pianoſtunden per Woche zu geben, ſich ausſchließlich mit Einem Inſtrumente zu beſchäftigen und dabei immer die zum gedeihlichen Unterricht nöthige Friſche zu bewahren. Es iſt ohne Zweifel auch einem Lehrer der Muſik wohl zu gönnen, wenn er einen klei⸗ nen Theil ſeiner bisherigen Stunden an eine neue Kraft abgeben, dabei ein paar Stunden in anderen Fächern übernehmen kann. Anderer mög⸗ lichen Vortheile zu geſchweigen, lernt er dadurch die Schüler auch von einer anderen Seite, als nur von der ihrer muſikaliſchen Befähigung, kennen, und dies iſt für jeden, der verantwortlicher Weiſe einem Abiturienten ein Geſammturtheil mit auf den Weg gibt, nicht ohne Bedeutung.“ („Prome⸗ moria“, verabfaßt von Dir. Krauß.) Beſchloſſen, daß eine neue Profeſſur in Addiſon errichtet und eine ſiebente Lehrkraft für dieſelbe beſchafft werde. Beſchloſſen, daß der neu anzuſtellende Profeſſor denſelben Gehalt bekomme, welchen ſeine Collegen erhalten, nämlich $1000 jährlich. Die Synode überzeugte ſich auch davon, daß für die überaus große Schülerzahl in Addiſon mehr Raum geſchafft werden müſſe. „Die Schlaf⸗ ſäle ſind überfüllt und mehrere Wohnzimmer mußten zu Schlafräumen ver⸗ wendet werden. Infolge deſſen wurden der Wohnzimmer noch weniger, die ohnedies ſchon durch die Menge der Schüler ſtark beſetzt waren. Auch die jetzigen 4 Lehrſäle ſind für die 5 Klaſſen, ſowohl was die Zahl der⸗ ſelben, als auch, was den Raum betrifft, nicht mehr ausreichend. Im Eßſaal iſt jedes Plätzchen, ſogar vor den Thüren, beſetzt. Kämen auch nur ſo viel neue Schüler im neuen Schuljahr wieder, als früher durchſchnitt⸗ lich eintraten, ſo bleibt uns ſchlechterdings nichts anderes übrig, als den Tiſch zu jeder Mahlzeit zweimal decken zu laſſen. In Folge der großen combinirten Klaſſen ſind ſelbſt die Lehrſäle ſo beſetzt, daß hier und da an einem zweiſitzigen Tiſch 3 Schüler ſitzen müſſen. Kurz, wenn auch nur die gegenwärtige Anzahl der Schüler bleibt, ſo wohnen, ſchlafen und ſtu⸗ diren unſere Zöglinge in der Geſundheit höchſt nachtheiligen und ſchäd⸗ lichen Räumlichkeiten; wenn aber auch nur die Durchſchnittszahl neuer Zöglinge in dem nächſten Jahre einträte, ſo wäre dieſelbe nicht einmal mehr unterzubringen. . . Die Ehrw. Synode möge (daher) ein alleinſtehendes Gebäude von Backſteinen errichten, welches vier Lehrſäle, eine geräumige Aula, zwei Zimmer je für die Bibliothek und Lehrmittel, und Schlafräume für etwa 40—50 Schüler enthalten müßte. Dann könnten die jetzigen