# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder Mehrerer verſchont blieb trotzdem, daß bei einem Schaden am Gebäude, deſſen Beſeitigung erſt auf eine günſtige Jahreszeit warten mußte, bei der Ueberfüllung der Anſtalt und den nothdürftigen Einrichtungen, die in der höchſten Eile zuletzt zur Beſchaffung von Raum für den letzten Winter ge⸗ troffen werden mußten, unſere Herzen für die Geſundheit unſerer Studenten oft bangten; endlich der ohne Unterbrechung fortgeſetzte Unter⸗ richt, da weder durch Tod noch durch Wegberufung eine Lücke im Lehrer⸗ collegium entſtanden, vielmehr das Lehrercollegium vermehrt worden iſt, wie auch, daß trotz der wankenden Geſundheit des Herrn Prof. Crämer und des Herrn Prof. Wyneken eine zeitweilige Siſtirung (Unterbrechung) des Unterrichts in den betreffenden Fächern nicht ſtattfinden durfte, ja, es war Herrn Prof. Crämer ſogar möglich geweſen, während der letzten Ferien 10 Studenten für ein Examen im Herbſt nachträglich noch vorzubereiten, da die Zahl der letzten Abiturienten beider theologiſcher Anſtalten bei wei⸗ tem nicht hinreichte, um auch nur dem ſchreiendſten Mangel an Predigern auf unſeren ſich immer mehr ausdehnenden Miſſionsfeldern eine beträcht⸗ liche Abhülfe zu gewähren, trotzdem daß eine Anzahl Schüler der zweiten und auch der dritten Klaſſe fort und fort zum Vicariren hergegeben werden mußte. „ . . . Von den erſten Anfängen an zu rechnen, ſind es bereits in die 40 Jahre, daß zur Förderung des Werkes der inneren Miſſion in dieſem Lande der Coloniſation das praktiſch-theologiſche Seminar entſtanden und ſeitdem ſeiner beſonderen Aufgabe gemäß geleitet worden iſt, wenn ſchon im Laufe der Zeit höhere Anſprüche an die Ausbildung ſeiner Zöglinge ge⸗ macht werden mußten. Eingedenk nun der großen Schaar von Predigern, die ſeitdem zum großen Segen der amerikaniſch-lutheriſchen Kirche und ſpeciell unſerer Synode aus dieſer Anſtalt hervorgegangen ſind, und ein⸗ gedenk, daß, während noch vor etlichen Jahren es den Anſchein hatte, als ſollte dieſe Anſtalt nach und nach bald ganz entbehrlich werden, ſie infolge der erneuerten Zunahme der Einwanderung und der Ausdehnung unſerer nördlichen und nordweſtlichen Miſſionsgebiete geradezu für jetzt unentbehr⸗ lich geworden iſt und auf lange hinaus wohl unentbehrlich bleiben wird — wolle die Ehrw. Synode deshalb ihrer ferneren Pflege ſich eifrigſt anneh⸗ men. Die hieſige Pflanzſchule der brünſtigen Fürbitte empfehlend, ſprechen wir ſchließlich die Bitte um eine zweifache Hülfe aus: „Wir bitten erſtlich fortzufahren, der Anſtalt viele, wo mög⸗ lich noch mehr junge Leute zur Ausbildung für's heilige Predigtamt zuzuſenden, dabei jedoch nur ſolche der Anſtalt zur Aufnahme zu empfehlen, von deren ausreichender Be⸗ gabung und noch mehr, von deren chriſtlichem Charakter man ſich genügend überzeugt hat, da nur durch ſolche Leute der Kirche ein Dienſt geſchieht, während durch einen auch nur zeitweiligen Auf⸗ enthalt namentlich unlauterer Perſonen die Anſtalt Nachtheil hat.