# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder hatten in die Verhältniſſe, unter welchen die Committee arbeiten mußte, nicht verargen, daß ſie erſchraken, ja theilweiſe entrüſtet wurden, als ſie von ſolchem Ueberſchreiten der bewilligten Summe hörten; aber da, wo man im Stande war, den Sachverhalt darzulegen, wo man ferner ein ge⸗ treues Bild von dem Prachtbau entwerfen konnte, der in ſeiner maſſiven Dauerhaftigkeit und doch auch zugleich das Auge entzückenden Schönheit und in ſich bergenden Menge der herrlichſten, von Licht und Luft durch⸗ ſtrömten, äußerſt bequemen und doch zweckentſprechenden Gänge, Schlaf⸗ und Wohnräume auf den Beſucher einen überwältigenden Eindruck macht — da, wo das geſchehen konnte und geſchah, ſchwand bald alle Unzufrieden⸗ heit und gab Raum dem Gedanken: Unſer Geld iſt nicht hängen geblieben an den Fingern untreuer Beamten; der Bau, der dort zur Ehre Gottes und zur Förderung ſeines Reiches errichtet iſt, der iſt des Geldes werth. Wohl niemand — wurde hierauf entgegnet — würde ſich beſchwert und anklagend vor die Synode getreten ſein, wenn der Bau auch um 10 Procent höher zu ſtehen gekommen wäre; aber man bedenke, daß die ver⸗ ausgabte Bauſumme ſelbſt 33⅓ Procent um circa $15,000 überſchreitet. Es war Unrecht, daß die Baucommittee nicht erſt bei der Synode angefragt hat, wie ſie ſich verhalten ſoll, da ſie ſah, um welche bedeutende Summen es ſich handelte. — Auf die Anklage, daß die Baucommittee unrecht gehandelt, nicht bei der Synode angefragt zu haben, was mit dem Bau zu thun ſei, deſſen Koſten die bewilligte Summe ſo bedeutend überſtiegen, wurde von Paſtor O. Hanſer, einem Gliede der Baucommittee, Folgendes geantwortet: „Es war unmöglich, die Ehrw. Synode in dieſer Sache zu fragen. Die große Vertheuerung wurde nämlich erſt da offenbar, als der 3te Contract, die Steinhauerarbeit, einlief. Da die erſten zwei Contracte für Niederreißen des alten Seminargebäudes, Ausgraben des Kellers und Aufführung der Grundmauern des Baſements, bedeutend unter dem erſten Koſtenanſchlag blieben, ſo war die Baucommittee allerdings ſicher geworden und hatte die Ausführung dieſer beiden Contracte ſogleich in Angriff genommen. Als der dritte Contract zeigte, daß die Baukoſten bedeutend höher kommen wür⸗ den, war kein Rückzug und Einſtellung der Arbeit mehr möglich, bis die Synode gefragt worden war und geantwortet hatte. Die Baucommittee ging daher in Gottes Namen weiter in der Ausführung des Baues. Und da die Opferwilligkeit der Gemeinden in Unterſchriften für den Bau eine ſo reichliche war, ſonderlich auch die der St. Louiſer Gemeinden, ſo ging die Committee getroſt weiter und hoffte, den ſchönen Bau zu Ende führen zu können in der Weiſe, wie er begonnen war. Sie konnte ſich nicht ent⸗ ſchließen, die zweite Hälfte des Baues trotz vermehrter Koſten anders, näm⸗ lich ſchlechter und geringer, zu vollenden, als die erſte Hälfte, und ſtatt eines einheitlichen, ſchön vollendeten Baues ein Pfuſchwerk hinzuſtellen. Die Committee iſt ſich bewußt, damit eine große Schuld auf