# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 19 schehen kann, denn Er gab dem Pharao inwendig nicht Gnade noch Geist, S. 85 unten, weil Er ihn als solchen, wie er war, von dem vielmehr die Gnade aus gerechtem Gericht sich entferne, von Ewigkeit erkannt — die göttliche Präscienz wird im Folgenden durch die Worte: „Derhalben war Er gewiß“ noch deutlicher hervorgehoben —,) „auf die Weise, wie ich oben gesagt habe, nämlich, daß Gott gewiß war, daß Er die allmächtigen gemeinen Wirkungen nicht konnte nachlassen in Pharao oder um Pharao's willen, so Gott nicht kann feiern, sondern muß allezeit wirken. Dazu so war Er auch gewiß, daß Pharao's Wille von Natur böse wäre und abgewandt von Gott, und konnte nicht annehmen Gottes Wort oder Werk, das ihm zuwider war. Derhalben war Er gewiß, daß, wenn die hitzige Begier zu wollen das Böse in Pharao durch die allmächtige Wirkung bliebe, und Gott ihm auch äußerlich Sein Wort und Werke vorhielte, das ihm zuwider war, daß es nicht anders konnte geschehen, denn daß Pharao sich mußte stoßen und verstocket werden. Wenn aber Gott hätte nachgelassen Seine allmächtige Wirkung an Pharao, damals als Er ihm des Moses widrige Predigt vorhalten ließ, und wenn wir hier setzten, daß Pharao's Wille da allein gewesen wäre,“ (nach seiner eignen Kraft gehandelt hätte, ohne zuvor von Gott erkannt, gewollt und darum in der Zeit von Seiner Mitwirkung im natürlichen Verstande begleitet und durchdrungen gewesen zu sein,) „so möchte vielleicht davon zu reden sein, wo er sich denn hätte hinwenden können. Nun aber so er getrieben wird und hingerückt zu wollen, wird doch sein Wille nicht mit Gewalt gezwungen, (denn er wird nicht wider seinen Willen gezwungen,) sondern aus natürlicher allmächtiger Wirkung Gottes wird er getrieben, natürlich und gerne Etwas zu wollen, als gut er selbst ist, (er aber ist gottlos von Art und böse;) derhalben kann er nicht anders denn sich stoßen und verhärtet werden.“ Dem Wollen und Wirken Gottes wäre es zu nahe getreten, wenn wir absolut und schlechthin nicht einräumten, daß Gott, was er zuvor erkenne als zukünftig geschehend, zugleich es schon als solches auch bestimmt habe; denn Er ist es ja, der alle Dinge ohne Ausnahme wirket nach dem Rathe Seines Willens, Eph. 1, 11; unbedingte Freiheit ist das Prinzip seines Wesens, das selbst nur schlechthin Seine eigne That ist, der voraussetzungslose Uranfang des Seins; Er selbst ist, der Er ist, weil Er es will, um wie vielmehr das, was ist oder sein wird als das Endliche; Er denket mithin Alles voraus, indem er Alles zuvor geordnet, und weil er es versehen hat, so hat Er's auch beschlossen, daß es also geschehe. *) Wenn demnach unsere Kirchentheologie *) Anm. „Prius et posterius secundum nostrum intelligendi modum (ebenso Gerhard: ratione nostri conceptus) in aeternitate (vor oder nach Anfang der Welt) concipi potest ratione coexistentiae temporis; sed id fit tantum per extrinsecam denominationem a creatura existente in tempore, cujus Fundamentum non in Deo est — successio in nostra mente est, non in aeternitate.“ (Quenst. a. a. O. S. 313.) Von selbst leuchtet ein, daß der Lehrbegriff das hier Erwähnte nicht in so weit ausdehnen wolle, als ob für das göttliche Wesen überhaupt die Aufeinanderfolge der Zeitmomente (als die nothwendige Existenzmittel der Gegenstände Seines Wissens im Gebiet