# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 35 Es wurde ferner geſagt, daß niemand ſich beſchweren würde, wenn der Bau um 10 Procent höher zu ſtehen gekommen wäre; die veraus⸗ gabte Bauſumme aber überſchreite ſelbſt 33⅓ Procent um circa $15,000. Veranlaßt durch die gegen den Architecten erhobene Anklage reichte dieſer folgende Eingabe an die Synode ein: „Ich hatte meine erſten Berechnungen nicht für die Summe von $85,000, ſondern für die Summe von $93,500 gemacht, hatte aber vorausgeſetzt, daß bei der Ausgabe der Contracte ſich der Bau für $85,000 würde herſtellen laſſen, wenn man möglichſt niedrige An⸗ gebote annehmen würde. Daß dies nun doch nicht geſchah, hat ſeinen Grund in der Steigerung der Preiſe des Materials und der Löhne; ferner darin, daß verſchiedene Arbeiten, namentlich in Rückſicht auf Ver⸗ ſchönerung, während des Baues hinzugefügt wurden; ferner weil die Aus⸗ grabungen, was vorher nicht beſtimmt werden konnte, bedeutender waren. Was die Voranſchlagungen betrifft, ſo ſind dieſelben entweder von mir oder doch von allgemein hierorts als competent anerkannten Contractoren gemacht und von mir nachgerechnet worden, ſoweit es nicht Arbeiten betraf, die von Architecten ſelbſt nicht berechnet werden. Dieſe letzteren Berech⸗ nungen ſind es vornehmlich geweſen, bei denen der Voranſchlag am weite⸗ ſten unter der Ausführung blieb. Dieſe Angebote habe ich angenommen und mich auf dieſelben verlaſſen. Gez. Chas. F. May.“ So ſtark nun auch einerſeits es gerügt wurde, daß die Baucommittee die von der Synode bewilligte Summe von $100,000 für ſämmtliche Bau⸗ ten, mit deren Ausführung ſie beauftragt worden war, auf $140,000 und wohl mehr habe anwachſen laſſen, ſo wurde doch auch anderſeits — obſchon man keineswegs das Verfahren der Baucommittee betreffs Ueberſchreitung der von der Synode bewilligten Summe gutzuheißen geſonnen war — Manches geltend gemacht, was einigermaßen zur Entſchuldigung der Bau⸗ committee für diesmal dienen konnte. Ganz erfüllt von dem Gedanken, in vollem Maße das zu leiſten, was die Synode geleiſtet zu haben wünſchte, nämlich ein ſchönes, ſolides Gebäude, verſehen mit den beſtmöglichen Ein⸗ richtungen für Geſundheit und Bequemlichkeit, legte ſie, keinen Augenblick daran zweifelnd, mit der von der Synode bewilligten Summe wohl aus⸗ kommen zu können, Hand an's Werk. Sie legte die Leitung des Baues in die Hand eines Mannes, der den Ruf hatte, ein ſehr tüchtiger Baumeiſter zu ſein. Sobald die Committee erkannte, daß unter den Händen des Ar⸗ chitecten alles ſchöner und ſolider wurde, als die bewilligte Summe ge⸗ ſtattete, ſtand es ſchon nicht mehr in ihrer Macht, der Sache Halt zu gebie⸗ ten. Neben der Vertheuerung des Baumaterials und Arbeitslohnes traten auch andere mißliche Umſtände ein. So galt es z. B., bei Grundlegung des Baues ein tiefes Senkloch, auf welches man ſtieß, auszufüllen; es war dies ein Stück Arbeit, welches allein mehrere Tauſende von Dollars ver⸗ ſchlang. — Wohl konnte man es unſeren Gemeinden, die keinen Einblick 3