# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 33 eine bedeutende Steigerung der Baukoſten zur Folge haben mußte, liegt auf der Hand und bedarf keines Beweiſes. „Doch der Hauptgrund, weshalb die Vertheuerung außer Controle der Committee kam, war dieſer: Jeder weiß, daß die erſten Koſtenanſchläge eines Baues mehr ungefähre Ueberſchläge als genaue Berechnungen ſind. So war es natürlich auch bei unſerm Bau. Hätte ſich nun die Committee nach Annahme des Planes ſogleich für den ganzen Bau Angebote geben laſſen, auf Grund deren man zur Ausführung desſelben ſchreiten konnte und wollte, ſo hätte ſie rechtzeitig geſehen, daß die Koſten der Ausführung die bewilligte Summe zu weit überſtiegen. Die Committee hätte dann alſo noch durchgreifende Veränderungen machen können. Allein von vielen und ganz competenten Leuten wurde uns gerathen, nicht an einen Con⸗ tractor den ganzen Bau, ſondern die verſchiedenen Contracte einzeln aus⸗ zugeben, wie das auch bei allen großen Bauten allgemeine Sitte iſt. Dies hat den großen Vortheil, daß das Baumaterial, wie die Arbeiter und Sub⸗ contractoren beſſer zu controliren ſind, und die Procente, welche der Haupt⸗ contractor von den Untercontractoren hat, erſpart werden. Dies hat ſich auch im Laufe des Baues beſtätigt. Aber für die Committee trat der an⸗ dere böſe Uebelſtand ein, daß ſie nicht mehr zurückgehen oder bedeutend ändern konnte, als die ſpätern Contracte ergaben, wie ſehr in Ausführung des angenommenen Planes die feſtgeſetzte Summe überſchritten wurde. Doch hat die Ehrw. Synode aus den Rechnungen des Allgemeinen Herrn Kaſſirers geſehen, daß die in Nummer 21 des „Lutheraner“ vom Jahr 1882 angegebenen Summen für die dort genannten Contracte nicht mehr über⸗ ſchritten, ſondern um etwa 700 Dollars niedriger geblieben ſind. — Da⸗ von kann die Ehrw. Synode überzeugt ſein und das Urtheil irgend welcher Sachverſtändigen einholen, daß die Solidität des Baues nach Material, wie Arbeit, nichts zu wünſchen übrig läßt. „Aber es könnte der Committee noch vorgeworfen werden, daß ſie auf den äußern und innern Schmuck des Gebäudes die geſetzten 10 Procent ohne Noth überſchritten habe. Wir antworten: In Bezug auf die Stein⸗ hauerarbeit wollen wir uns ſogleich ſchuldig geben, wiewohl die Committee eben erſt, als die Arbeit fertig ſtand, recht beurtheilen konnte, wie ſehr dar⸗ an hätte geſpart werden können. Was hingegen die Marmorplatten in den Vorhallen, wie in den Waſchzimmern und das gemalte Glas betrifft, ſo erſcheint dies mehr als Luxus, iſt aber in Wahrheit für die Länge der Zeit das Billigſte, weil das Dauerhafteſte. Vorhänge oder Holzladen in der Aula würden bald laufende Reparaturen und endlich völlige Erneue⸗ rung fordern. Das gemalte Glas erfüllt fortwährend ſeinen Zweck und bedarf nie einer koſtſpieligen Reparatur und Erneuerung. Wird doch des⸗ halb heutzutage keine noch ſo kleine Kirche gebaut, welche nicht für die Fen⸗ ſter beſſeres oder buntes Glas hat.“ (Bericht der Baucommittee.)