# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder So nöthig es ohne Zweifel war, das Allgemeine Präſidium ſo zu ſtel⸗ len, daß es, wo erforderlich, jederzeit an Ort und Stelle ſein und mit eige⸗ nen Augen ſehen konnte, ſo würde man doch ſehr irren, wenn man meinte, daß damit nun eine genügende Ueberſicht über das Ganze erreicht worden, und daß es etwa gar dieſe Ueberſicht ſei, wodurch die Theile des Ganzen zuſammengehalten werden. Das würde auch bei der beſten Verwaltung ein Irrthum ſein. Dennoch bin ich überzeugt, daß es immer noch das Ge⸗ rathenſte iſt, das Amt ſelbſt in ſeiner jetzigen Geſtalt fortbeſtehen zu laſſen, bis etwa das Entſtehen zu vieler Diſtricte oder das Eintreten anderer Um⸗ ſtände uns eine andere Einrichtung aufnöthigt. Denn was uns bis jetzt zuſammengehalten hat, war keineswegs unſere Verfaſſung, ſo gut ſie iſt, auch nicht die Perſönlichkeit derer, die früher die höchſten Synodalämter bekleideten. Nein, es war etwas ganz anderes, etwas, was uns Gott ſelbſt gegeben hat, freilich durch ihren Dienſt. Es war die Einigkeit im Geiſt und Glauben. Wir hielten äußerlich zuſammen, weil wir innerlich Eins waren. Freilich will nun dieſe Gabe als eine Gnade erkannt, ſie will be⸗ wahrt ſein. Deshalb können Diſtricte, Gemeinden und Einzelne ſich nie zu ſorgfältig hüten, irgend etwas zu thun, was das ſchöne Band der Einig⸗ keit auch nur zu lockern vermöchte (und ſelbſt die wohlgemeinteſten Unter⸗ nehmungen könnten dieſe Wirkung haben, wenn man ſie ohne reife Ueber⸗ legung, ohne Rückſicht der Liebe auf Andere und ohne Hinblick auf Wohl und Wehe des Ganzen ins Werk ſetzte). Dagegen aber ſollten wir, jeder für ſich und alle zuſammen, mit höchſtem Ernſt und Eifer ſtets aus dem Brunnen ſchöpfen, aus welchem Geiſt und Glaube allein zu haben ſind. So lange wir durch Gottes Gnade bei rechtem Wort und Glauben ein Herz und eine Seele bleiben, ſo lange hat es mit dem Zuſammenhalten und Beſtand der Synode keine Noth. Hört das aber einmal auf, ſo wird keine Verfaſſung die widerſtrebenden Theile zu einem Ganzen zuſammen⸗ zuhalten vermögen, dann aber auch äußerer Zuſammenhang keinen Werth mehr haben. Danken wir alſo dem Gott aller Barmherzigkeit und dem Vater unſers HErrn JEſu Chriſti ja recht aufrichtig für alles, was er an uns gethan hat; bitten wir ihn herzlich, um ſeines lieben Sohnes willen, daß er die Hand nicht von uns abthue; hüten wir uns, daß wir ſeinen Segen nicht ſelbſt verſchütten. Sonſt aber überlaſſen wir es ihm allein, wie er uns weiter führen will. Er hat Großes an uns gethan und ſeine Barmherzig⸗ keit hat noch kein Ende und ſeine Treue iſt groß. Ihm ſei Ehre in Ewig⸗ keit! Amen.