# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder ausgeblieben. Uns denſelben wenigſtens in einem Stücke zu vergegen⸗ wärtigen, ſind einige wenige kurze Theſen verabfaßt worden, zu deren Be⸗ trachtung die Ehrw. Synode ſich hoffentlich die Zeit nehmen wird. Das zweite iſt die glückliche Vollendung unſeres Semi⸗ narbaues. Das wahrhaft großartige und geſegnete Feſt der Einweihung desſelben trug auch ſein Theil dazu bei, daß wir getroſten Muthes blieben. Unter den Tauſenden war niemand, der etwa noch gefürchtet hätte, wir möchten das Haus vergebens gebaut haben. Selbſt bei Betrachtung des Schmuckes des ſtattlichen Gebäudes war es nicht die Stimme: „Wozu dient dieſer Unrath?“ die da laut geworden wäre. Gottes Güte pries man, der Einigkeit und des Eifers unſerer Gemeinden freute man ſich. — Nun iſt ja wahr, der Bau hat viel mehr gekoſtet, als er nach Beſchluß der Synode hätte koſten ſollen. Das hat denn auch eine unſerer Gemeinden veranlaßt, einen Proteſt dagegen einzulegen, jedoch mit dem Zuſatze, daß man ſelbſtverſtändlich zur Abtragung der gemachten Schulden ſein Theil zu thun gedenke. Eine andere Gemeinde hat auf Unterſuchung dieſer Sache angetragen. Beide Eingaben werden ſammt dem Bericht der Baucom⸗ miſſion, nachdem ſie von einer Committee begutachtet worden ſind, der Ehrw. Synode ſelbſt vorgelegt werden. Aber wenn wir denn nun auch werden ausſprechen haben, daß eine ſo große Ueberſchreitung der von der Synode bewilligten Summe nicht hätte geſchehen ſollen, wenn wir auch ferner auf Mittel denken müſſen, dergleichen Vorkommniſſen für die Zu⸗ kunft vorzubeugen, ſo werden wir doch dabei gewiß nicht vergeſſen, daß unſere Baucommiſſion viel Mühe und Arbeit gehabt, den beſten Willen be⸗ wieſen, und auch einen ſolchen Erfolg aufzuweiſen hat, daß nach Sachver⸗ ſtändiger Urtheil das Gebäude nicht bloß ſein Geld vollſtändig werth iſt, ſondern daß es auch unter irgend einer anderen Baucommiſſion wenigſtens ebenſoviel, wenn nicht mehr, würde gekoſtet haben. Machen wir alſo das Nöthige kurz ab, und laſſen wir uns ja nicht durch fruchtloſe Lamentatio⸗ nen die herzliche Freude an dieſem ſchönen Denkmal der Güte Gottes im ge⸗ ringſten verbittern. Das dritte iſt die abgehaltene Lutherfeier. Es iſt ja freilich geſchehen, was wir erwarteten. Die Welt hat Luthers Perſon geprieſen, um ſeine Lehre mit deſto mehr Fug ignoriren zu können; die falſchgläubi⸗ gen Gemeinſchaften, um ſich auf dieſe Weiſe mit unter das ſchützende Panier eines großen Namens zu ſtellen. Aber meinen wir darum nicht, die Feier ſei umſonſt geweſen! Gottes Werke geſchehen in der Stille, und ſeine Wege merkt man meiſt erſt dann, wenn ſie zum Ziele kommen. Uns aber hat das Feſt doch gewiß dazu gedient, in Lehre und Praxis, in Leben und Sterben deſto getroſter allein auf dem „Worte“ zu ſtehen, wie Luther darauf ſtand. Das vierte iſt das Zuſtrömen einer ſo unerwartet großen Zahl von Zöglingen in alle unſere Lehranſtalten. Während man hie [Am rechten Seitenrand ſcheint blaſſ Text der gegenüberliegenden Seite durch; nicht transkribiert, ſiehe Finds-Datei.]