# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder gelungen wäre, unſer Volk in Menge zu bethören und endlich gar mit klingendem Spiel in ihr Lager hinüberzuführen? Und doch geſchah von alle dem das gerade Gegentheil. Nachdem der erſte Schreck vorüber war und nun zutage kam, woher dieſer Angriff eigent⸗ lich komme und wohin er ziele, da wandten unſre Gemeinden ihren vor⸗ geblichen Rettern und Befreiern in ſo überwältigender Weiſe den Rücken zu, daß ſie ſelbſt beſtürzt daſtanden und daß ſie ſich bis heute noch nicht darein zu finden wiſſen. Gemeinden, welche vorher gerade der betreffenden Lehre nur wenig ſonderlicher Aufmerkſamkeit gewidmet hatten, ſtehen jetzt zur Verwunderung feſt gegen alle Anläufe unſrer Widerſacher da. Nun, weſſen Werk war das Alles? Sollte das unſeres Thuns ge⸗ weſen ſein? Nein, nein! das iſt vom HErrn geſchehen und ein Wunder vor unſern Augen. Das konnte niemand thun, hat auch niemand gethan, als der, der große Dinge thut an uns und allen Enden. Aber weshalb hat er denn wohl gerade an uns dieſe großen Dinge gethan? Wahrlich, wenn es nicht um ſeines lieben Sohnes willen, wenn es nicht aus freier Gnade war; wenn es nicht deshalb geſchah, daß er die Weiſen erhaſche in ihrer Klugheit, und weil er nun einmal, was ſchwach iſt vor der Welt, erwählt, damit er zu Schanden mache, was ſtark iſt: auf daß ſich vor ihm kein Fleiſch rühme; wenn es nicht darum ge⸗ ſchehen iſt: ſo wiſſen wir es nicht. Wiſſen auch nicht, wie es geſchah. Außer — daß es ja durch ſein Wort und ſeinen Geiſt geſchehen ſein muß. Damit muß er in die Herzen gekommen ſein, muß den Text mächtiger ge⸗ macht haben, als alle Gloſſen der falſchberühmten Kunſt, muß allen böſen Rath und Willen gebrochen und gehindert und uns geſtärkt und feſtbehalten haben in ſeinem Wort und Glauben. Anders kann es nicht geſchehen ſein. Denn das iſt ja ſein guter, gnädiger Wille. Iſt es denn nun aber wirklich der HErr ſelbſt und der HErr allein, der ſo Großes an uns gethan hat, und aus Gnaden, ei, wohlan! ſo ſeien wir denn nun auch deß von Herzen fröhlich. Fröhlich, nicht ſchadenfroh. Freuen wir uns des Falls unſrer Feinde nicht. Das würde dem übel gefallen, der die Gefallenen wohl wieder auf⸗ richten kann und will. Fröhlich, nicht ruhmredig, als ob wir für einen Raub hielten, was uns aus Gnaden gegeben iſt. Da würden wir mit der That Gott die Ehre wieder nehmen, die wir ihm zum Schein gegeben hät⸗ ten. Das würde ein Zeichen ſein, daß wir ſelbſt ſchon vor dem Falle ſtehen. — Nein, glauben wir aufrichtig, daß es der HErr iſt, der Großes an uns gethan, ſo muß unſere Freude ganz anderer Art, es muß die Freude im HErrn ſein. Wer ſich freut, muß ſich des HErrn freuen und fröhlich ſein in der Kraft ſeiner Stärke; wer ſich rühmt, ſich allein des HErrn rühmen. So möge denn unſer aller Freude ſein. In ſolcher Freude aber ſollten wir billig vergeſſen, was dahinten iſt, alle das Unrecht, das man uns angethan, alle Angſt und Noth, die man [Am rechten Seitenrand ſcheint blaſſ Text der gegenüberliegenden Seite durch; nicht transkribiert, ſiehe Finds-Datei.]