# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 17 eminenter et virtualiter se exserant per multa et in multis.“ (I. S. 297 fgg.) Vgl. Joh. Gerhard exeg. loc. II. § 110: „Distinguuntur eminenter et virtute, quia essentia divina propter infinitatem suam ea omnia praestat, quae essentia creata per multas et distinctas qualitates praestat, unde fit, ut de eadem divina essentia possimus formare diversos conceptus.“ Nicht soll damit gesagt sein, daß Gott in Sich Nichts unterschiede; da würde Er ja auch Nichts in Sich selbst bestimmen; was soll Er dann von Ewigkeit bestimmen, wie könnte sonst in Ihm ein Wille und Erkennen sein? wie könnte Er doch außer Sich Etwas hervorbringen, wenn Er Sich selbst in Sich nicht zu bestimmen und dieses Unterschiedene in absolutem Einklang Seines Wissens um Sich selbst den Einigen zusammenzufassen auch vermöchte? wie könnte Er doch von der Welt als ihre sie bedingende Ursächlichkeit Sich unterscheiden, wenn Er Bestimmungen nicht in Sich unterschiede, die Ihn substantiell als den Unendlichen weit über sie erheben? Denkt er Sich denn und die Welt nicht auf ewige Weise? Hat Er keine Bestimmungen in Sich, so kommen sie in Ihm erst mit dem Sein der Welt — denn ohne Bestimmtheit ist kein Leben, kein Selbstbewußtsein möglich, dadurch sich selbst ein Wesen als bestimmendes und Mannigfaltiges im Mittelpunct der Ichheit fest vereinendes erkennt —; so ist der Absolute auch nicht wahrhaft unbedingt, Er bedarf der Ewigkeit der Welt, um der Lebendige von Ewigkeit zu sein (Pantheismus). Das sei ferne! Er wäre der Unendliche nicht ohne eine innere Unendlichkeit von Bestimmungen, und die Welt nicht das Endliche im äußern Gegensatz zu Ihm, sondern beide Eins. Er, der das Leben in Sich selbst hat, Joh. 5, 25., unabhängig von jedem Verhältniß zu der Welt, kann nur das Unendliche sein, indem das Moment der Bestimmtheit und das Endliche in und außer Ihm ist, von Ihm aus- und eingeschlossen wird; weßhalb die Schrift von einer göttlichen Natur spricht, 2 Petr. 1, 4., d. i. einer Totalität unterschiedener, in einander übergehender Bestimmungen, aus welcher die Realität aller biblischen Anthropomorphismen nur erklärt werden kann, weil Gott sonst als naturlos gefaßt werden müßte. Er ist die sich selbst schlechthin genügende Fülle und der unermeßliche Reichthum alles Seins, Sein Centrum überall, Seine Peripherie nirgends (Gerhard loc. II. § 91.). Demnach kommt Ihm zu eine vollkommen in sich geschlossene Totalität von Aktionen, die in ungestörter Harmonie einander nicht negiren, sondern nur bestätigen, so verschieden ihre Wirkungen auch sind. Wohl aber ist die Kraft Gottes selbst, die da agiret, eine und einfach, weil Er die höchste Vollkommenheit ist; es heißt den Begriff des Absoluten leugnen, wenn man in Theile oder Spezies zersplittert Ihm dieselbe zuschreibt, wie bei den Kreaturen sich verschiedener Kräfte verschiedene Anwendungen zu Effekten finden. Mithin fällt in Ihm der Vorsatz Seines Willens, die Vorerkenntniß und die Zuvorverordnung der Erwählten, wie die Verwerfung derer, die es nicht sind, ebenso zusammen, wie alle inneren Bestimmungen, die Seine Essenz betreffen; das heißt: Denken und Wollen, Erschaffen und Vernichten, Beseligen und Verdammen ist nicht alles einerlei, sondern wenn man das Eine