# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der 19ten Allgemeinen oder ſollten Frieden haben? — Allerdings, was die Welt Frieden nennt, das haben wir nicht. Mit denen, die da Krieg anfangen, iſt kein Friede. So lange ſie wider die Wahrheit ſtreiten, müſſen ſie unſere Feinde ſein. Aber dennoch haben wir Frieden. Gerade ſowohl und auf dieſelbe Weiſe, wie ihn die erſte Chriſten⸗Gemeinde, Apoſt. 9, 31., hatte. Die apoſtoliſche Kirche hatte damals auch Feinde und behielt auch Feinde, und dieſe Feinde hatten und behielten auch ihren großen Zorn und thaten, was ſie konnten, die Gemeinde Gottes zu verſtören. Und doch ſagt die Schrift: „So hatte nun die Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien.“ Denn der, welcher über ihr waltete wie Sonne und Schild und ſie ſchützte mit ſeiner Rechten, hatte ihren Verfolgern zugerufen: Bis hieher und nicht weiter! Das war genug. Das gab Frieden, und zwar mitten im Streit. Und ſo haben auch wir jetzt Frieden, Frieden durchs ganze Land, durch all' unſere Diſtricte, in allen unſeren Gemeinden. Der Streit beunruhigt uns nicht länger, auch nicht einmal äußerlich, und ſo viel unſer Gottes Kinder ſind, die haben Frieden nicht allein mit Gott durch unſeren HErrn JEſum Chriſtum, nicht allein mit ihrem eigenen Gewiſſen, ſondern auch unter ein⸗ ander, und halten nun auch in dieſem Stück gegen alle Verſuche der Feinde feſt an einander in einem Sinn und in einerlei Meinung. Iſt das nicht etwas Großes? Es iſt aber auch kein ſchimpflicher, ſondern ein ſieghafter Friede, den wir haben. Nicht, als ob ſich unſere Widerſacher für überwunden erklärt hätten, was ſie wohl hätten thun mögen. Nicht, daß jedermann ſonſt uns zugefallen wäre. So gut ſollte es ſelbſt der apoſtoliſchen Gemeinde nicht werden. Aber ſo, wie einſt ſie, ſo haben auch wir jetzt Sieg. Denn nur, wem der HErr den Sieg zuſpricht, der iſt Sieger. Vor Gott aber hat alle⸗ mal und jederzeit ſchon der den Sieg und trägt den Kranz, der die Anfech⸗ tung überſtanden und Glauben gehalten hat. Das iſt denn auch der Sieg, der uns gegeben iſt. Und o wie gern wollen wir uns damit begnügen! Dies iſt ja doch der einzige Sieg, der die rechte Beute bringt. Und auch an ſolcher Beute hat es nicht gefehlt. Wir wiſſen, daß wir etwas gewonnen haben, denn wir genießen es. Die liebe heilige Schrift, in der Anfechtung ſtudirt und tiefer erſchloſſen, iſt uns um ſo höher, herr⸗ licher und ſüßer geworden. Das Bekenntniß unſerer Kirche hat ſich auch in dieſem Kampfe wieder einmal als das gute Bekenntniß des Glaubens bewährt, der einmal den Heiligen vorgegeben iſt. Dadurch hat aber ſein Anſehen nur ſteigen können. Nur noch getroſter ſind wir geworden, gegen aller Menſchen Anſehen allein auf dem Wort der Schrift zu ſtehen und für dies Wort Narren zu werden vor der Welt. Denn auch eine Troſtquelle, die übel verſchüttet worden war, iſt uns wieder reichlich eröffnet worden und hat auch ihr Theil dazu gethan, unſere Herzen feſt und getroſt zu machen in der Wahrheit. Einiger und ſtärker als zuvor ſtehen wir jetzt da. Sehen wir nun das Alles an, bedenken wir, wie wenig gerade dies [Am rechten Seitenrand ſcheint blaſſ Text der gegenüberliegenden Seite durch; nicht transkribiert, ſiehe Finds-Datei.]