# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1884_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vierten Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1884. 13 Nach geſchehener Organiſation verlas der Hochw. Allgemeine Präſes folgende Synodalrede nebſt Präſidialbericht. Synodalrede. „Der HErr hat Großes an uns gethan, deß ſind wir fröhlich.“ (Pſalm 126, 3.) Dies Pſalmwort drückt ja wohl aus, was jetzt unſer Herz bewegt und was wir deshalb auch vor allen Dingen laut werden laſſen müſſen. Der HErr hat Großes an uns gethan, eine große Hülfe in den großen Nöthen, die uns betroffen hatten. Denken wir nur zurück. Ein ſchwerer Druck lag auf uns allen, als wir das letzte Mal zuſammenkamen. Ein Artikel unſeres chriſtlichen Glau⸗ bens war angegriffen worden, den doch die Schrift deutlich offenbart und unſer Bekenntniß ebenſo deutlich bezeugt; ein Artikel, der, wenn umge⸗ ſtoßen, den Grund, worauf unſere Seligkeit ſteht, mit nach ſich reißen mußte. An ſeine Stelle hatte man eine Lehre zu ſetzen verſucht, die, wenn angenommen, unſer Heil auf einen ganz anderen Boden hinübergeſpielt haben würde. Und das war nicht etwa geradezu und unverhohlen unternommen worden — ſo hätte es kaum Gefahr gebracht — ſondern es war in ziemlich verhüllter Weiſe und unter täuſchendem Schein geſchehen. Man vermaß ſich hoch und theuer dabei, es ſei nicht die Lehre der Schrift und des Be⸗ kenntniſſes, es ſei vielmehr unſere erſchreckliche Fälſchung derſelben, die man bekämpfe; es ſei die Wahrheit des Evangelii ſelbſt, welche man gegen uns zu retten und der Chriſtenheit zu erhalten habe. Und die ſo redeten, waren nicht unſere alten Feinde, deren Stimme man kannte. Es waren Brüder, die das thaten. Sie betheuerten, das Herz blute ihnen, aber ſie könnten nicht anders. Darin lag die Gefahr. Und dieſe Gefahr war uns einigermaßen nahe getreten. Es gab unter uns ſelbſt damals ſchon Einige, die offen auf der Seite unſerer Verkläger ſtanden. Andere ſchienen auf dem Wege zu ſein. Manche hatten ſich ver⸗ wirren laſſen. Nicht Wenige ſahen nichts als Spaltung oder Untergang unſerer Gemeinſchaft vor Augen. Ja, wer will es leugnen, mit beklemm⸗ ten Herzen warteten wir alle der Dinge, die da kommen ſollten. So ſtand es um uns, als wir das letzte Mal zuſammentraten. Auswendig Streit, inwendig Furcht. Und nun? — Nun ſehen wir hier lauter fröhliche Angeſichter. Unſere Traurigkeit iſt in Freude verkehrt worden. Die Gefahr iſt vorbei. Der Kampf iſt überſtanden. Wir haben Frieden. Iſt das nicht etwas Großes? Aber wie? Erſchallt nicht noch heute Kriegsgeſchrei rings um uns her? Iſt nicht die Luft voll von den Pfeilen unſerer Feinde? Und wir [Am linken Seitenrand ſcheint, kopfſtehend/quer, blaſſ Text der gegenüberliegenden Tabellenſeite durch; nicht transkribiert, ſiehe Finds-Datei.]