# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. „ben noch sagen. Denn daher ist auch der unsägliche, unzählige, gräuliche Mißbrauch der Messe kommen. Und sie können kein Titel noch Buchstaben aus den alten Vätern anzeigen, dadurch der Scholaster Opinion beweiset werde. Ja Augustinus saget stracks dawider, daß der Glaube im Brauch des Sacraments, nicht das Sacrament für Gott uns fromm mache.“ — Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden Materien. (Von Past. O. Fürbringer.) (Fortsetzung vom vorigen Jahrgange.) Wenn wir bis jetzt die Unterscheidungen im göttlichen Sein und Wirken, im Wollen selbst und zwischen ihm und Wissen für zulässig erkannt haben: so wird es, um die Lehre von der Prädestination und auch Luthern gründlich zu verstehn, nicht überflüssig sein, vor allen Dingen hierbei anzumerken, daß dergleichen Bestimmungen sämmtlich allemal von Gegensätzen doch nur ausgehn, die nothwendig sind zwar für den endlichen Verstand, keinen andern Anspruch aber machen dürfen, als daß sie dienen, eben uns die Größe Gottes, den Reichthum Seiner Macht, Liebe, Weisheit zu vergegenwärtigen, das Unermeßliche Seines Wesens unserm Denken so erreichbar als möglich zu bringen, dasselbe einigermaßen zu Ihm zu erheben. Es ist ja ebenso unvermeidlich als gestattet, was in Gott Eins ist, für unsere Betrachtung zu unterscheiden, um die Fülle und Klarheit unserer Gotteserkenntniß zu erhöhen, um dem unzugänglichen Lichte, worin Er wohnt, so nahe zu kommen, als dem sterblichen Auge es vergönnt ist; und unsere Schwachheit muß sie ergreifen, um die Lösung problematischer Sätze zu erleichtern, sie allseitiger und eindringlicher uns zu machen; aber niemals dürfen wir das Unterschiedene anders als in seiner Harmonie, in seiner wesentlichen Einheit zu begreifen suchen, und bei dem Unvermögen hierzu wenigstens den Gedanken derselben nie verlassen. Darum sagt der durch Subtilität der Distinktionen ausgezeichnete Quenstedt: „Si propriè et accurate loqui velimus, Deus mera et simplicissima est essentia, quae nec realem differentiam nec ullam vel rerum vel modorum admittit compositionem; quia vero simplicissimam Dei essentiam uno adaequato conceptu adaequate concipere non possumus, ideo inadaequatis et distinctis conceptibus, inadaequate essentiam divinam repraesentantibus, eam apprehendimus; quos inadaequatos conceptus, qui a parte rei essentiae divinae identificantur et a nobis per modum affectionum apprehenduntur, attributa vocamus. — Conceptus objectivus in Deo actu unus est, virtute vero et eminenter multus — attributa divina a parte rei et in se non multa sunt, sed simplicissima unitas, multa vero dicuntur syncatabatice et energetice — conceptus noster inadaequatus sumit occasionem ex distinctione operationum et apotelesmatum distinguendi vel distincte concipiendi, quae in Deo summe unum sunt, etsi