# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Wirkung der Sacramente. 15 „der Sünden und der ewigen Seligkeit. Also wird erfordert nicht nur Gott, der da darreicht, die Sacramente, durch welche er darreicht, und der Christ, der da empfängt, sondern auch der Glaube, der's ergreift.“ — Bleiben wir demnach angesichts solcher hellen, klaren, gewissen und vielfach bezeugten Wahrheit getrost und unverrückt bei dem Beschluß unserer theueren Apologie im Capitel „von den Sacramenten und ihrem rechten Brauch,“ der also lautet: „Da müssen wir frei verdammen den ganzen Haufen der scholasticorum und ihren Irrthum strafen, daß sie lehren, daß diejenigen, so die Sacrament schlecht gebrauchen, wenn sie nicht obicem setzen, ex opere operato Gottes Gnade erlangen, wenn schon das Herz alsdenn kein guten Gedanken hat. Das ist aber stracks ein jüdischer Irrthum, so sie halten, daß wir sollten durch ein Werk und äußerliche Ceremonien gerecht und heilig werden ohne Glauben, und wenn das Herz schon nicht dabei ist, und diese schädliche Lehre wird doch gepredigt und gelehrt weit und breit, durchaus und überall im ganzen Papsts Reich und Papsts Kirchen. Paulus schreiet dawider und sagt, daß Abraham sei für Gott gerecht worden, nicht durch die Beschneidung, sondern die Beschneidung sei ein Zeichen gewesen, den Glauben zu üben und zu stärken. Darum sagen wir auch, daß zum rechten Brauch der Sacramenten der Glaube gehöre, der da gläube der göttlichen Zusage, und zugesagte Gnade empfahe, welche durch Sacrament und Wort wird angeboten. Und dies ist ein gewisser rechter Brauch der heil. Sacrament, da sich ein Herz und ein Gewissen auf wagen und lassen mag. Denn die göttliche Zusage kann niemands fassen, denn allein durch den Glauben. Und die Sacrament sein äußerliche Zeichen und Siegel der Verheißung. Darum zum rechten Brauch derselbigen gehört Glaube. Als wenn ich das Sacrament des Leibes und Blutes Christi empfahe, saget Christus klar: „„das ist das Neu Testament.““ Da soll ich gewiß glauben, daß mir Gnade und Vergebung der Sünde, welche im neuen Testament verheißen ist, widerfahre. Und solchs soll ich empfahen im Glauben und damit trösten mein erschrocken, blöd Gewissen, und stehen darauf gewiß, daß Gottes Wort und Zusage nicht fehlen, sondern so gewiß und noch gewisser sein, als ob Gott mir eine neue Stimme oder neu Wunderzeichen vom Himmel ließ geben, dadurch mir würde Gnade zugesagt. Was hülfen aber Wunderzeichen, wenn nicht Glaube da wäre? Und wir reden hie vom Glauben, da ich selbst gewiß für mich gläube, daß mir die Sünden vergeben sein, nicht allein vom fide generali, da ich gläube, daß ein Gott sei. Derselbige rechte Brauch der Sacrament tröstet recht und erquicket die Gewissen. — Was aber die häßliche, schändliche, ungöttliche Lehre vom opere operato, da sie gelehret, daß wenn ich der Sacrament gebrauche, so macht das gethane Werk mich für Gott fromm und erlangt mir Gnade, ob gleich das Herz kein guten Gedanken dazu hat, für Mißbrauch und Irrthum eingeführet, kann niemand gnug nachdenken, schrei⸗