# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Wirkung der Sacramente. 13 lich empfangen, noch bleibt es in ihnen, denn sie entbehren des Glaubens, durch welchen Christus in unsern Herzen wohnt, Eph. 3, 17., und in uns lebt, Gal. 2, 20. In den Unwürdigen macht sich die Reinheit einer so großen Gnade keine Wohnung, sagt Cyprian im Sermon vom Abendmahl.“ Joh. Gerhards Loci, de sacra coena, cap. XXII. — Schlossen sie also: Christi Fleisch ist nach Joh. 6, 54. eine lebendig machende Speise; nun haben aber die Unwürdigen das ewige Leben nicht, noch werden sie lebendig gemacht durch den Genuß des heil. Abendmahls: also essen sie das Fleisch Christi nicht — so wurde ihnen von unsern Vätern entgegnet: „daß das Fleisch Christi lebendigmachend sei, versteht man in einer zwiefachen Weise, erstlich absolut und in Rücksicht seiner selbst; auf diese Weise ist und bleibt es immer lebendigmachend, zweitens bezüglich und in Rücksicht auf die Menschen; auf diese Weise heißt es lebendigmachend entweder in Anbetracht der Kraft, oder in Anbetracht der That. In Anbetracht der Kraft kann und will Christus alle lebendig machen, nämlich nach seiner absoluten Macht und nach seinem vorhergehenden Willen. In Anbetracht der That macht er nur die Gläubigen lebendig. Die Unwürdigen, da sie des Organs der Hinnahme, nämlich des Glaubens entbehren, empfangen deshalb aus dem lebendigmachenden Fleisch Christi nicht das Leben. Also ist und bleibt das Fleisch Christi an und für sich immer lebendigmachend; inzwischen genügt jedoch dazu, daß wir dadurch das geistliche und himmlische Leben empfangen, nicht das sacramentliche Essen und Trinken, sondern es wird obendarein erfordert jenes geistliche Essen und Trinken, davon Joh. 6. weitläufig handelt. Kurz, damit wir aus diesem immerfließenden Quell des Lebens und der Gnade Leben und Gnade schöpfen können, dazu ist der Schöpfeimer des Glaubens erforderlich. Denn man muß unterscheiden zwischen Dingen, die natürlich, und Dingen, die frei wirken. Das Lebendigmachen am Fleische Christi ist eine keineswegs natürliche Wirkung wie das Brennen am Feuer, sondern eine freie, Joh. 5, 21. „der Sohn macht lebendig, welche er will,“ die aber will er lebendig machen, die ihn in wahrem Glauben ergreifen, laut dem Zeugniß der ganzen Schrift.“ Joh. Gerhard a. a. O. Vgl. hiezu noch das treffliche Aktenstück: „Die Wirkung des heil. Abendmahls betreffende Fragen sammt Antworten“ in Lehre und Wehre, II. Band, Mai⸗Heft, S. 144 ꝛc. Kurz, fern sei von uns alle und jede Ansicht über die Wirkung der Sacramente, die auf die heillose Lehre der Römischen von dem opus operatum hinausläuft, als welche der Cardinallehre von der Rechtfertigung des armen Sünders vor Gott allein durch den Glauben schnurstracks zuwider ist, und dadurch die Unbußfertigen nur in ihrer Sicherheit gestärkt werden. Vergegenwärtigen wir uns doch zu dem Ende die unwiderleglichen Gründe, die Joh. Gerhard in seiner Cons. cath. a. a. O. diesem schädlichen Wahn entgegenstellt: „Unsere Meinung beweisen wir 1. damit, daß die Schrift zum heilsamen Genuß der Sacramente den Glauben erfordert, sowohl ausdrücklich: Marc.