# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Ueber die Wirkung der Sacramente. „solchen Character keine Erwähnung geschieht; 2. daß uns keine Nothwendigkeit zwingt, einen solchen Character zu setzen. Mit einem Strich also können wir diesen Character, von welchem sie dichten, daß er unauslöschlich sei, auslöschen, wenn wir sagen: von diesem Character finde sich in der Schrift kein Buchstabe; und mit Chemnitz, Examen Conc. Trident. Pars II, Loc. I, Sect. VIII. sprechen: „Jene neue, zweifelhafte und ungewisse Meinung aber von dem Eindrücken eines Characters sollte billig der wahren Kirche Christi deshalb um so ferner liegen, weil sie den Grund dieses Lehrstücks wankend macht, dessen Zuverlässigkeit durchaus nöthig ist um des Trostes der Gewissen willen. Denn in der Lehre, daß die rechtmäßig nach Christi Einsetzung ertheilte Taufe nicht zu wiederholen sei, handelt es sich um eine wichtige Sache, nämlich auf welchen Grund, auf welche Gewißheit, auf welche feste Unterlage jener Trost sich stütze, daß der Gnadenbund, den Gott in der Taufe mit uns schließt, bleibend sei, und daß er ihn halten wolle, selbst wenn wir davon abtreten, wofern wir nur in wahrer Buße durch den Glauben zu demselben zurückkehren. Diese so wichtige und nöthige Sache reißen sie von dem wahren und festen Felsengrund der Einsetzung los und bauen sie auf Flugsand, damit doch ja der Trost nicht gewisser sei, als es gewiß ist, daß der Seele ein solcher Character, wie sie dichten, durch die Tause eingedrückt werde.“ — Ebenso sei es daher auch ferne von uns, dem heil. Abendmahl mit manchen Neueren eine solche Wirkung beizulegen, als verbinde sich darin Christi Leib und Blut in einer leiblichen Weise dergestalt mit unserem Leib und Blute, daß dadurch der neue, der Auferstehungs-Leib hier schon anfange, in uns gebildet zu werden, denn auch von den Leibern der Heiligen, die etwa in diesem Leben oft das heil. Abendmahl genossen haben, sagt die Schrift: es wird gesäet ein natürlicher Leib und Röm. 8, 11. heißt es klar und deutlich: „so nun der Geist des, der Jesum von den Todten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbe, der Christum von den Todten auferwecket hat, eure sterbliche Leiber lebendig machen, um deswillen, daß sein Geist in euch wohnet (also nicht, daß sein Leib sich mit eurem Leib verbunden hat).“ Das durchaus Unstatthafte jener Ansicht von der Wirkung des heil. Abendmahls haben auch schon unsere treuen Väter klar erkannt, darum wußten sie auch auf manche fürwitzige Fragen und Schlüsse der Sacramentsschwärmer so treffend Bescheid zu geben. Stellten diese z. B. die Frage: wenn die Unwürdigen den Leib Christi empfangen, wohin er denn komme? ob er in ihnen bleibe und also mit ihnen verdammt werde, oder aber ob er müssig eingenommen und wieder ausgeführt werde? — so antworteten sie: „in den Geheimnissen des Glaubens muß die Vernunft gefangen genommen werden unter den Gehorsam des Worts. Wiewohl nun die Unwürdigen die wesentlichen Stücke des Abendmahls empfangen, so wird doch das himmlische Gut von ihnen weder heilsam und selig⸗