# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Wirkung der Sacramente. 11 „so es hörten: so sagt Christus von den Sacramenten, weil sie sichtbare Worte und Siegel der Verheißung sind: wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden; ja Paulus setzt noch hinzu: denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. Und daraus kann man auch verstehen den Streit über jenen Lehrsatz, der ehemals in den Schulen gang und gäbe war, daß nicht das Sacrament, sondern der Glaube des Sacraments rechtfertige. Denn der Sinn ist nicht, daß der Glaube also rechtfertige, daß er nicht die Gnade annehme, die Gott im Wort und in den Sacramenten anbeut und vorhält, oder daß er die Gnade annehme ohne Mittel oder Werkzeug des Worts und der Sacramente. Denn das Wort und die Sacramente sind der Gegenstand des Glaubens, ja im Wort und in den Sacramenten sind der rechte Gegenstand des Glaubens das Verdienst Christi, die Gnade Gottes und die Kraft des Geistes. Und der Glaube rechtfertigt deshalb, weil er diese im Wort und in den Sacramenten ergreift und hinnimmt. Und in diesem Sinn sagt man, daß, wie der Glaube des Worts, so auch der Glaube des Sacraments rechtfertige. Wenn daher dem Glauben die Rechtfertigung zugeschrieben wird, so wird das Gehör des Worts und der Gebrauch der Sacramente nicht ausgeschlossen, sondern damit der Glaube rechtfertige, muß er im Wort und in den Sacramenten Christum ergreifen. Jener Lehrsatz aber wurde den Meinungen derer entgegengestellt, die da wähnten, daß im Brauch der Sacramente auch diejenigen ex opere operato die Gnade zur Rechtfertigung und Seligkeit empfingen, die ohne Buße und Glauben die Sacramente gebrauchten.“ — Dies ist in der That eine Lehre von der Wirkung der Sacramente, die, wie Chemnitz selbst so schön und richtig bemerkt, viel einfacher, klarer, gewisser und sicherer ist, denn aller Menschen Disputationen und Meinungen. Bei ihr laßt uns mit unsern treuen Lehrvätern unverrückt verbleiben, und demgemäß jegliche Annahme einer irgend heilsamen Wirkung der Sacramente außer und ohne den Glauben, sei nun dieselbe magischer oder mechanischer Art, als einen nichtigen und schädlichen Wahn verwerfen. Fern sei daher von uns jene Vorstellung der Neueren vom Sacrament der heil. Taufe, die auf den unauslöschlichen Character der Römischen hinausläuft, da man nämlich lehrt, daß der Getaufte, wenn er auch gleich aus seiner Taufgnade gefallen sei, doch noch in Kraft seiner Taufe durch ein geheimnißvolles Etwas gliedlich und organisch mit dem Leibe Christi bis an seinen Tod verbunden bleibe. Denn das steht fest, wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein, und wer nicht Christi ist, der ist sonder Zweifel in des Teufels Reich. Darum laßt uns der Lehre der Gegner die sieghaften Gründe Joh. Gerhards entgegenstellen, da er in Bezug auf den unauslöschlichen Character der Römischen in seiner Conf. cath. lib. II, Pars II, art. XI, cap. II. sagt: „Unsere Meinung beweisen wir damit: 1. daß in der Schrift von einem