# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Wirkung der Sacramente. 9 der Schrift sei, erhellet klar aus Marc. 16, 16. und Apostelgesch. 8, 36. und 37., wo zum rechten, seligen Brauch der Taufe ausdrücklich der Glaube erfordert wird. Was aber von der Taufe gilt, das gilt natürlich auch vom heil. Abendmahl, als welches zum Wort des Evangeliums ganz in dem gleichen Verhältniß steht, vgl. 1 Cor. 11, 29. — Von den vielen Zeugnissen unserer treuen Väter, die wir hier beibringen könnten, wollen wir, außer den Worten des Katechismus vom Nutzen der Taufe: „sie (die Taufe) wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es gläuben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten,“ nur eines anführen, das herrliche Zeugniß aus Chemnitzens Examen Conc. Trident., welches gleich nach den oben angezogenen Worten folgt: „Wie nun das Evangelium eine Kraft Gottes ist selig zu machen alle, die daran glauben, nicht daß den Schriftzügen, Sylben oder dem Ton der Worte irgend eine magische Kraft anklebe, sondern weil es das Mittel, Werkzeug oder Instrument ist, dadurch der heil. Geist wirksam ist, indem er das Verdienst Christi und die Gnade Gottes vorträgt, anbeut, darreicht, austheilt und aneignet zum Heile aller, die daran glauben: so wird auch den Sacramenten eine Kraft oder Wirkung beigelegt, nicht daß in den Sacramenten außer und über dem Verdienste Christi, der Barmherzigkeit des Vaters und der Wirkung des heil. Geistes die Gnade zur Seligkeit zu suchen sei; sondern die Sacramente sind Mittelursachen, so daß durch diese Mittel oder Werkzeuge der Vater seine Gnade darreichen, schenken, zueignen, der Sohn sein Verdienst den Gläubigen mittheilen, der heil. Geist seine Kraft üben will zum Heil aller, die da glauben. Auf diese Weise bleibt Gott seine Ehre, daß die Gnade nicht anderswo gesucht wird als bei Gott dem Vater; der Preis oder die Ursache der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens nicht anderswo als in dem Tod und der Auferstehung Christi; die Kraft der Wiedergeburt zur Seligkeit nicht anderswo als in dem Wirken des heil. Geistes. Die Sacramente aber tragen uns jene Wohlthaten im Worte vor, bieten sie uns an, reichen sie dar, versiegeln sie, und führen uns so zu Christo, zur Gnade Gottes, zur Kraft des Geistes. Denn weil Gott in den Dingen, die unsere Seligkeit betreffen, durch gewisse Mittel mit uns handeln will: so hat er sowohl diesen Brauch selbst angeordnet, als auch das Wort der Verheißung des Evangeliums hiezu bestimmt, welches Wort bisweilen für sich allein und bloß vorgetragen wird, bisweilen aber eingekleidet oder sichtbar gemacht durch gewisse von Gott eingesetzte Gebräuche oder Sacramente. Das Wort also und die Sacramente zeigen uns, wo der Glaube suchen solle, und wo er finden könne Christum, den Mittler, den Vater und den heil. Geist, so daß dieselben mit uns handeln, uns vortragen, zueignen und versiegeln die Wohlthaten, welche Christus erworben hat und von welchen das Evangelium predigt. Und im Brauch der Sacramente sucht der Glaube nicht, noch sieht er auf irgend eine wesentliche Kraft oder Wirksamkeit, die