# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 45 — Hierauf wurde andrerſeits geantwortet: Auf unſeren bisherigen Kaſſirer dürfen wir nicht rechnen; denn derſelbe hat erklärt, daß er das Amt unter keiner Bedingung wieder annehme, weil es ſein eigenes Geſchäft ihm nicht fernerhin geſtatte; und wir ſind nicht in der Lage, eine andere für dieſes Amt ſich eignende Perſönlichkeit zur unentgeltlichen Verwaltung desſelben zu ge⸗ winnen, ganz abgeſehen davon, daß es auch einmal ſehr mißlich werden könnte, einem Manne, der ein eigenes Geſchäft betreibt, große Summen Synodal⸗ gelder zur Verwaltung anzuvertrauen. Die Verſuchung liegt zu nahe, unſere Gelder zu Gunſten ſeines eigenen Geſchäftes zu verwenden; mit dem etwaigen Verluſt ſeines eigenen Geldes, mag ein ſolcher auch ein ſeinerſeits ganz un⸗ verſchuldeter ſein, wären auch unſere Synodalgelder verloren. Wir können uns auch nicht wohl in der Weiſe ſichern, daß wir uns Bürgſchaft ſtellen laſſen. Denn wenn auch dieſe Forderung an ſich nicht unrecht iſt, ſo geziemt es ſich doch nicht für uns, ſie an einen Mann zu richten, dem wir ſchon von vorn⸗ herein mit dem größten Vertrauen entgegenkommen müſſen. Und geſetzt den Fall, unſer Kaſſirer hätte Bürgſchaft geſtellt; das ihm anvertraute Geld ginge verloren; der Bürge müßte herhalten: würde das Geld des Bürgen nicht Vielen unter uns als ein fremdes Gut erſcheinen, das keinen Segen brächte? Nein, unſer Synodalkaſſirer ſollte ebenſowenig als unſer General⸗ agent ein eigenes Geſchäft betreiben, das mit Geldumſatz verbunden iſt. — Man bedenke ferner, daß das Buchgeſchäft unſerer Synode ſo bedeutende Summen zum Betriebe verlangt, daß wir die ſtetige Handhabung derſelben unmöglich noch länger einem Manne aufnöthigen können, der alle ſeine Kraft ſeinem eigenen Berufe zu widmen hat, um ſich und die Seinigen ehrlich zu ernähren. Man wundere ſich darum nicht darüber, daß vor Uebernahme dieſes Amtes ein jeder Geſchäftsmann, der ein eigenes Geſchäft zu betreiben hat, zurückſchrickt. Abgeſehen von der Zeit, die dies Amt raubt, bereitet es ſeinem Inhaber, der ſich desſelben treulich annimmt, fortlaufend ſchwerere Sorgen, als man meint. Da nun das Buchgeſchäft der Synode eine ſo große Ausdehnung erlangt hat, daß das Kaſſireramt nicht länger mehr von einem Mann, der einem eigenen Geſchäfte vorzuſtehen hat, unbeſchadet beider Intereſſen, verwaltet werden kann, ſo ſollte man erkennen, daß die Zeit ge⸗ kommen iſt, die uns die Nothwendigkeit auferlegt, einen Kaſſirer mit Sold anzuſtellen. Wir beſolden Aemter, die weniger verantwortungsvoll ſind, als das des Kaſſirers es iſt; warum erſchrickt man denn ſo vor dem Gedanken, einen beſoldeten Kaſſirer haben zu müſſen, zumal da wir auch keinen ohne Sold mehr werden haben können? Was die Diſtrictskaſſirer anbetrifft, ſo ſollten ſie mit dem Allgemeinen Kaſſirer nicht in Vergleich geſtellt werden. Dieſe haben mit keinen andern Geldern, als mit denen der chriſtlichen Wohl⸗ thätigkeit, zu thun, während der Allgemeine Kaſſirer außerdem mit ſehr be⸗ deutenden Geldſummen, die ausſchließlich zum Betriebe des Synodal⸗ Geſchäftes erforderlich ſind, umzugehen hat. Einen Kaſſirer beſolden, der faſt nur Liebesgaben in Empfang nimmt und verwaltet, iſt ja freilich ein