# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Ueber die Wirkung der Sacramente. in die Schrift schauen. Ja zu um so besserer Begründung laßt uns mit ihnen auch erkennen und festhalten, daß die Sacramente diese ihre Wirkung eben herhaben vom Wort, wie schon unser lieber Katechismus, den leider die gelehrten Theologen unserer Zeit wenig zu kennen und zu üben scheinen, auf die Frage im 4. Hauptstück: „Wie kann Wasser solche große Dinge thun?“ so herrlich antwortet: „Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet;“ desgleichen im 6. Hauptstück: „Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden .... wer denselben Worten gläubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden;“ und die Schmalkaldischen Artikel a. a. O. sagen: „und darum halten wirs nicht mit Thoma und den Predigermönchen, die des Wortes (Gottes Einsetzung) vergessen und sagen, Gott habe eine geistliche Kraft ins Wasser gelegt, welche die Sünde durchs Wasser abwasche;“ und Augustin in seinem Tractat zum Johannes so trefflich bezeugt, wenn er spricht: „woher diese so große Kraft des Wassers, daß es den Leib berührt und das Herz rein wäscht? wenn nicht durch Wirkung des Worts — nicht weil es gesprochen, sondern weil es geglaubt wird.“ — Haben aber Wort und Sacrament einerlei Wirkung, so ist die Frage, wie denn die Sacramente eigentlich wirken, leicht beantwortet. Wir dürfen uns nur vergegenwärtigen, wie das Wort des Evangeliums heilsamlich wirkt, und dann den sicheren Schluß ziehen, daß so und nicht anders auch die rechte, heilsame Wirkung der Sacramente beschaffen sei. Unbestrittenermaßen aber wirkt das Wort des Evangeliums dergestalt, daß Gott in dasselbige als in ein seliges Mittel der Darreichung den Schatz des Verdienstes Christi und alle durch Christum uns erworbenen Güter des Heils hineingelegt hat, dieselben uns darinnen anbeut, sich damit zunächst an unser Erkenntnißvermögen wendet, durch dasselbe in unser Herz dringt, und wo er keinen bleibenden, boshaften und hartnäckigen Widerstand findet, den Glauben wirkt, den gewirkten Glauben nährt, stärket und erhält. Also ohne Glauben keine heilsame Wirkung des Worts. Nur wenn wir es gläubig annehmen, ist es uns ein Geruch des Lebens zum Leben. Im Unglauben zurückgestoßen wird es uns ein Geruch des Todes zum Tode. — Ganz so haben wir uns nun auch die Wirkung der Sacramente zu denken, wie denn schon die Augsburgsche Confession in ihrem 13. Artikel bekennt: „vom Brauch der Sacramente wird gelehrt, daß die Sacrament eingesetzt sind nicht allein darum, daß sie Zeichen sein, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugnis sind göttliches Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken, derhalben sie auch Glauben fordern und denn recht gebraucht werden, so mans im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket.“ — Und daß dies die lautere göttliche Wahrheit und die ausgesprochene Lehre