# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 36 — treuen Zeugen der Wahrheit, wie z. B. einen Flacius, vertrieb. Ganz an⸗ ders, wenn ein Seminar das Eigenthum aller rechtgläubigen Synoden iſt. So wenig, wie falſche Lehre in unſern Gemeinden aufkommen und ſich ver⸗ breiten kann, wenn das Amt der Viſitation recht geübt wird, ebenſowenig wird ein ſolches Geſammtſeminar unter der Wacht der Synoden einen fal⸗ ſchen Lehrer bergen können. Und dann wollen wir es doch nicht vergeſſen, daß wir es der engliſch⸗ lutheriſchen Kirche ſchuldig ſind, ihr zu Macht und Anſehen, ſo Gott will, zu verhelfen. Das wird geſchehen durch ein Geſammtſeminar, in welchem auch in Betreff des Engliſchen etwas Vollkommenes geleiſtet werden kann und wird. In einem ſolchen Seminar werden die Studenten die verſchiedenen Profeſſoren in verſchiedenen Sprachen hören. Wohl wird ja auch auf un⸗ ſerem Seminar fleißig engliſch getrieben, und kein Student kommt in's Amt, der nicht zur Noth auch engliſch predigen könnte; aber wir bleiben doch da⸗ mit ohne allen Einfluß auf die engliſche Bevölkerung dieſes Landes, der Gott ſein lauteres Evangelium auch verkünden laſſen will. „Merkt der Amerikaner am Prediger den Ausländer, ſo koſtet es ihn, namentlich den Gebildeten, eine große Ueberwindung, ihn auch nur zu hören.“ Wir müſſen den Eng⸗ liſchen helfen, daß ſie die rechte Predigt in ihrer eigenen Sprache erhalten. Uns hat Gott das lautere Evangelium, aus unverdienter Güte, ohne daß wir es ſuchten, in den Schooß fallen laſſen. Dieſe herrliche Frucht ſollen wir nun nicht etwa allein verzehren wollen, ſondern davon auch der engliſch⸗ redenden Bevölkerung Amerikas mittheilen. Wir ſollen ihnen das Evan⸗ gelium bringen, welches das Heil nicht in die ferne Zukunft ſtellt, ſondern dem Menſchen zeigt, wie er jeden Augenblick zu Gott kommen und ſeines Heils gewiß werden kann. Wohl halten die Amerikaner dieſe Religion noch jetzt zum größten Theil für eine ſchändliche; aber ſie wiſſen nicht, was ſie thun, weil ſie nicht kennen, was ſie ſchmähen. Sie ſollen es aber, wenn Gott Gnade gibt, erfahren, daß dieſe Religion allein es iſt, durch welche der Menſch ſelig wird. Wohlan, wiſſen wir, daß den Engliſchen durch unſern Dienſt geholfen werden kann, ſo iſt es auch unſere Pflicht, alles Mögliche zu dieſem Zwecke zu thun. Das fordert die Liebe, welche Gottes Gebot iſt, von uns unabweislich. Gehen wir deshalb getroſt an's Werk! ſcheuen wir die Opfer nicht, die dieſes Werk uns auferlegt! — Kommt das Geſammtſeminar zu Stande, ſo ſoll es nicht nur Amerika dienen, ſondern, ſo Gott will, der gan⸗ zen Welt. Schon jetzt ſucht man bei uns, was wir wenigſtens in wiſſen⸗ ſchaftlicher Beziehung leider noch nicht bieten können. Nicht allein aus den verſchiedenen Synoden der Synodalconferenz, ſondern auch aus Deutſchland, ja ſogar aus Auſtralien haben wir Studenten in unſerer Anſtalt. Doch werden ſolche Auswärtige, denen es nicht vor allem und um jeden Preis um die reine Lehre zu thun iſt, ihre Kinder erſt dann zu uns ſchicken, wenn wir ein Seminar haben, in welchem ſozuſagen auch echt wiſſenſchaftliche Luft weht. Dazu kommt noch Eins. Die Norwegiſche Synode muß in der