# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Wirkung der Sacramente. 7 „Auf welche Weise macht uns nun die Taufe nach 1 Petr. 3, 21. selig? Wie ist sie nach Tit. 3, 5. das Bad der Wiedergeburt? Das erklärt aber Paulus einfach, wenn er Eph. 5, 26. spricht: „„und hat sie (die Gemeine) gereinigt durch das Wasserbad im Wort.““ Und Augustin erschließt eben dasselbe aus dem Ausspruch Christi Joh. 15, 3.: „„ihr seid jetzt rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe.““ Mit Recht sagt daher die Apologie der Augsburgschen Confession, daß ein und dieselbe sei die Wirkung, ein und dieselbe die Kraft und Wirksamkeit sowohl des Worts als der Sacramente, welche sind Siegel der Verheißung“ ꝛc. — Und weiter unten: „Zur völligeren Erklärung gehört auch die Erwägung, daß sich in dieser Lehre eine doppelte Mittelursache findet. Die eine ist gleichsam Gottes Hand, damit Er durch das Wort und die Sacramente im Wort anbeut, vorhält, zueignet und den Gläubigen versiegelt die Wohlthaten der Erlösung“ ꝛc. — Ferner Joh. Gerhard im Locus de sacramentis: „Der Hauptzwecke der Sacramente sind zwei. Der erste, daß sie sind Werkzeuge, Mittel und Träger, dadurch Gott anbeut, vorhält und den Gläubigen zueignet die eigentliche Verheißung des Evangeliums von der Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit und ewigem Leben, was wir mit folgenden Gründen beweisen: 1. was immer dem Wort des Evangeliums überhaupt zukommt, das darf den Sacramenten nicht abgesprochen werden. Nun kommt dem Wort des Evangeliums zu, daß es ein wirksames Mittel sei, dadurch den Menschen die himmlischen Güter, nämlich die Gnade Gottes, Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit angeboten und den Gläubigen zugeeignet wird. Also darf dies den Sacramenten nicht abgesprochen werden. Die Wahrheit des Obersatzes erhellet daraus, daß die Sacramente ein sichtlich Wort sind, daß sie gleichsam ein kurzer Auszug des Evangeliums sind, und all ihr Ansehen, alle ihre Wirksamkeit und Kraft aus dem Worte Gottes haben, welches durch göttliche Anordnung in den Sacramenten mit dem äußeren Element verbunden ist, wie wir oben gezeigt haben. Die Erhärtung des Untersatzes ist zu nehmen aus Stellen wie Jes. 55, 10. und 11., Röm. 1, 16., Gal. 3, 2., 1 Tim. 4, 16., Hebr. 4, 12. — Unbeweglich steht also fest der Schluß, daß den Sacramenten jene Wirkung nicht abzusprechen sei“ ꝛc. ꝛc. — Im Angesicht dieser gewissen göttlichen Wahrheit und solcher hellen klaren Zeugnisse sei es denn fern von uns, ohne allen Schriftgrund auf bloßen Wahn hin mit manchen Neueren einem jeden der Gnadenmittel eine besondere und verschiedene Wirkung zuzuschreiben. Vielmehr laßt uns bei der heilsamen, schriftgemäßen Lehre unserer guten, alten, treuen Väter auch in diesem Stück, daß nämlich Wort und Sacrament einerlei Wirkung haben, in aller Einfalt und mit aller Entschiedenheit verbleiben, und darüber gern die Schmach tragen, daß wir nur die Alten wiederkäuen, und mit ihren Augen