# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 29 — erzogenen, zu ihrem größten Schaden ein irdiſches Vermögen zu hinterlaſſen. Man denke doch nicht: Die am Seminar bereits angeſtellten fünf Pro⸗ feſſoren vermögen wir wohl zu erhalten, aber in Betreff eines ſechsten geht das nicht. Man traue es doch ſeinem treuen Gott zu, daß er, der uns hier zu Lande in eine ſolche Stellung gebracht hat, die uns die Nothwendigkeit auferlegt, den Anforderungen unſerer Gemeinden entſprechen zu müſſen, daß er uns auch die nöthigen Mittel reichen wird, das zu vollbringen, was er von uns fordert. Obwohl man demnach erkannte, wie nothwendig eine eigene engliſche Profeſſur an unſerem Schullehrerſeminar ſei, ſo konnte die Synode doch nicht die nöthige Freudigkeit gewinnen, eine ſolche ſofort zu gründen. Man hielt dafür, daß es unter den jetzigen Umſtänden wohl weislicher gehandelt wäre, die Gründung dieſer Profeſſur auf eine ſpätere Zeit zu vertagen und der Aufſichtsbehörde die Weiſung zu geben, daß ſie mit dem Lehrercollegium zu Rathe gehe, ob doch nicht noch ein Weg gefunden werden könne, auf wel⸗ chem mit den vorhandenen Lehrkräften eine gründlichere Ausbildung der Seminariſten im Engliſchen erreicht werden könne, zumal, da Herr Pro⸗ feſſor Selle ja des Engliſchen vollkommen mächtig ſei. Beſchloſſen, daß in Abſicht auf die Zahl der Lehrer und auf die Dauer des Curſus für jetzt keine Aenderung vorgenommen werde. Concordia⸗College zu Fort Wayne. Da ohne Zweifel das Gedeihen und die Blüthe einer Anſtalt, nächſt Gottes Fürſorge und Segen, vornehmlich von einem tüchtigen Lehrerperſonal abhängt, ſo kann ſich unſere Synode nur freuen und Gott danken, daß ihr durch ſeine Gnade begabte und ihrem Beruf gewachſene Profeſſoren an unſe⸗ rem College geſchenkt ſind, die auch ihres Berufes treulich warten. Bezüglich des Geſundheitszuſtandes unter Lehrern und Schülern in den letzten Jahren hat der treue Gott vor größeren und gefährlicheren Krank⸗ heiten, ſowie vor Todesfällen unter den Schülern, die Anſtalt gnädiglich be⸗ wahrt. Auch das klimatiſche Fieber hat im Vergleich zu früheren Jahren beträchtlich abgenommen. Was den ſittlichen Zuſtand der Schüler im Allgemeinen betrifft, ſo darf geſagt werden, daß derſelbe ſo gut iſt, als man es in Anbetracht des jugend⸗ lichen Alters, des gedrängten Zuſammenwohnens ſo vieler Zöglinge — es herbergen 225 Schüler im College — und des verführeriſchen Zeitgeiſtes billiger Weiſe erwarten kann. Bei der großen Mehrzahl der Schüler findet ſich Empfänglichkeit für Gottes Wort und für Ermahnung und Strafen nach Gottes Wort. Der öffentliche Gottesdienſt wird regelmäßig beſucht, das Sacrament fleißig gebraucht, die heilige Schrift auch privatim geleſen. Es herrſcht ein reger Geiſt im Studiren, Achtſamkeit auf die Winke und Weiſungen der Lehrer. Auf dem Spielplatz gewahrt man ein friſches,