# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 28 — Zeit und Mühe es koſtet, dieſe jungen Leute ohne jegliche Vorbildung dahin zu bringen, daß ſie ſowohl im Deutſchen als im Engliſchen etwas Tüchtiges leiſten. Allein der Muſikunterricht, der meiſtens jedem Schüler beſonders ge⸗ geben werden muß, oder, wenn mehreren zugleich, dieſen doch nur in ganz kleinen Gruppen ertheilt werden kann, nimmt mit den Uebungen, welche er bedingt, einen ganz bedeutenden Theil der Seminarzeit in Anſpruch. Es iſt daher ein ſchreiendes Unrecht, das man den Profeſſoren zufügt, wenn man die Schuld davon, daß namentlich im Engliſchen nicht allen Anforderungen Genügendes geleiſtet wird, ihnen zur Laſt legt. So viel Gerechtigkeitsſinn ſollte ein Jeder, der ſehen will, beſitzen, um zuzugeben, daß mit den zu Ge⸗ bote ſtehenden Mitteln ganz Außerordentliches geleiſtet worden iſt und wird, wie dafür Beiſpiele in großer Anzahl beigebracht werden können. Die Synode aber hat es in ihrer Macht, die Bedingungen zu ſchaffen, unter wel⸗ chen auch im Engliſchen das geforderte Maß von Tüchtigkeit und Gediegen⸗ heit erreicht werden kann. Sie hat die Macht, ſowohl Zeit als Kraft in hinreichender Weiſe zu gewähren. Gebraucht ſie dieſer ihrer Macht nicht, entzieht ſie ſich der Pflicht, die ihr zugleich auch damit auferlegt iſt, ſo wird die Folge davon ſein, daß unſere Schulen anſtatt vorwärts rückwärts ſchreiten und die Räder des Getriebes dieſer unſerer Zeit zermalmend über ſie dahin gehen. Es wurde hier gefragt, ob man nicht für ſolche Seminariſten, welche allen Anforderungen, die man im Engliſchen an ſie ſtelle, gewachſen ſein ſollen, nach ihren in unſeren Anſtalten vollendeten Studien, die ſogenannten engliſchen Normalſchulen benutzen könne, welche unter nur geringen Unkoſten eine derartige Ausbildung im Engliſchen ermöglichten. Auf dieſe Frage wurde ablehnend geantwortet, da durch dieſe Art von Ausbildung unſere Seminariſten in eine Gefahr geſtürzt werden würden, der ſie nicht gewachſen ſein möchten. Denn abgeſehen davon, daß ihnen in verlockendſter Weiſe vor⸗ geſpiegelt werden würde, wie ihnen nach vollendeten Studien Stellen offen ſtänden, die man mit 1000, 1200, ja 1500 Dollars und mehr ſalarire, in Folge deß ſie leicht den Geſchmack an der ärmlichen Stellung eines Gemeinde⸗ ſchullehrers verlieren könnten, wäre es doch, ſelbſt wenn ſie in den Schul⸗ dienſt einer Gemeinde träten, für uns unverantwortlich, ſie der Gefahr des in den Normalſchulen herrſchenden Geiſtes ausgeſetzt zu haben. Dieſen Weg der Ausbildung im Engliſchen können und dürfen wir nicht betreten. So bleibt uns denn nichts Anders übrig, als unſerem Seminar ſelbſt die Lehrkräfte zu geben, vermittelſt welcher das vorgeſteckte Ziel erreicht werden kann. — „Aber die Koſten? Wie wollen wir es vor unſern Gemeinden ver⸗ antworten, wenn ſie von uns hören müſſen, daß wir, nachdem wir bereits ſchon zwei Profeſſoren angeſtellt, unſere Zuſtimmung auch noch zur An⸗ ſtellung eines dritten Profeſſors gegeben haben?“ So wurde gefragt, und darauf geantwortet: Allerdings iſt uns Sparſamkeit geboten. Wir wollen auch ſparſam ſein — nur nicht auf verkehrte Weiſe und am unrechten Orte. Da ſpart Mancher an der Erziehung ſeiner Kinder, um ihnen, den Un⸗